(Neumark und östliche Niederlausitz)
Genealogische Recherchen im östlichen Teil der früheren preußischen Provinz Brandenburg sind besonders schwierig, in manchen Fällen sogar unmöglich. Kirchen- und Standesamtsbücher sind oft gar nicht bzw. nur lückenhaft erhalten und auf viele verschiedene Archive in Deutschland und Polen verteilt. Als unverzichtbares Hilfsmittel zum Aufspüren von Quellen steht folgendes Verzeichnis zur Verfügung:
Grüneberg, Georg: Kirchenbücher, Kirchenbuch-Duplikate und Standesamtsregister der ehemals brandenburgischen Kreise Königsberg, Soldin, Landsberg/W., Arnswalde, Friedeberg, Ost- und Weststernberg, Crossen, Züllichau-Schwiebus, Guben und Sorau (östl. der Neiße), Schwerin, Meseritz, Bomst. Bestandsverzeichnis 2022. Lenzen 2022.
Seit einigen Jahren tritt eine Verbesserung ein, da viele Archivbestände sukzessive digitalisiert und online gestellt werden. Der Zugang zu Quellen ist damit wesentlich erleichtert, doch können Recherchen aufgrund fehlender Namensverzeichnisse sehr aufwändig sein. Aus diesem Grund werden seit Jahren auf polnischer Seite viele online gestellte Personenstandsregister indiziert und als durchsuchbare Datenbanken zur Verfügung gestellt.
Diesem Beispiel folgend sollen nun auch Unterlagen aus Ost-Brandenburg indiziert werden, zunächst jedoch nur die Heiratseinträge, da darin im besten Fall sechs Personen (Bräutigam, seine Eltern, Braut, ihre Eltern) genannt werden und durch die Nennung der Eltern Personen auch dann nachweisbar werden, wenn sie in einem Ort lebten, wo weder Kirchen- noch Standesamtsbücher erhalten sind.
Indiziert werden sollen Kirchen- und Standesamtsbücher der früheren ost-brandenburgischen Kreise Königsberg, Soldin, Landsberg/W., Arnswalde, Friedeberg, Ost- und Weststernberg, Crossen, Züllichau-Schwiebus, Guben und Sorau (östl. der Neiße). Ein zeitlicher Bearbeitungsrahmen ist zwar nicht vorgegeben, doch decken die meisten der erhaltenen Quellen das 19. und 20. Jahrhundert ab.
Es ist nicht das Ziel, die vorhandenen Kirchen- und Standesamtsbücher komplett abzuschreiben oder auszuwerten, sondern es soll lediglich ein Index erstellt werden, der als Suchhilfe dient bzw. wodurch Heiraten erst auffindbar gemacht werden. Jeder von uns hat es schon erlebt: Man sucht „verzweifelt“ nach einer Heirat, wird aber nicht fündig, da früher üblicherweise am Herkunftsort der Braut geheiratet wurde und man diesen Herkunftsort nicht kennt. Oder: Der Verbleib eines oder mehrerer Kinder ist einfach nicht zu ermitteln. – Somit wird der Index für viele Genealogen unstreitig eine große Hilfe sein.
Dem Projektbetreuer liegen weitere Angaben über den Index hinaus nicht vor. Sollte jemand im Index fündig werden, so muss eine Kopie oder ein Scan der Originalquelle eigenständig beschafft werden (sei es online oder im jeweiligen Archiv). Anhand der im Index beigefügten exakten Quellenangabe (Archiv, Bestand, Signatur, Jahr, Registernummer) sollte das kein unüberwindbares Problem sein.
Bad Freienwalde, den 28. April 2022.
Stefan Rückling
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