1. Die Pfarrer
Friedrich Georg Tuve, 1801-1829
In Groß Vexangen bei Nordhausen, Fürstentum Halberstadt am 8 Oktober 1759 geboren. Er war Hauslehrer und Kapellenprediger beim Grafen Posadowski in Blotnitz, Oberschlesien und ordinierte 1801 in Warschau. Das Amt des Pfarrers übernahm er in Groß Brużyca bei Alexandrow 1801-1829 und in Alexandrow (nach Verlegung des Pfarrsitzes im Dezember 1829) 1829-1830. Außer seinem Kirchspiel versorgte er im Reisedienst zeitweilig ein Gebiet, das die Landstriche von Łódź, Zgierz, Konstantynów, Ozorków, Łęczyca, Nowosolna, Brzeziny, Petrikau, Pabianice, Łask, Zduńska Wola, Wieluń und Tschenstochau umfasste. Er verstarb am 30. Juni 1830.
Samuel Gottlieb Sachs, 1824-1842
Geboren in Rawicz. Er war Pfarrer in Wieluń von 1824-1842 und anschließend 2. Pfarrer in Warschau bis 1848. Daraufhin war er als Pfarrer in Przedecz tätig, wo er am 8. Mai 1849 starb.
Eduard Kretzschmar, 1842-1844
Gebürtig aus Kolditz, Sachsen. Zuvor als Gymnasiallehrer und stellv. 2. Pfarrer in Warschau tätig, übernahm er anschließend das Pfarramt in Wieluń 1842-1844. Er verstarb am 2. August 1844 und wurde in Wieluń beerdigt.
Eduard Lembke, 1845-1853
Er besuchte das Gymnasium in Warschau und studierte Theologie in Königsberg. Anschließend war er Pfarrer in Bełchatów 1837-1845, in Wieluń 1845-1853 und Kielce 1853-1877. Er verstarb am 21. April 1877 in Kielce und war verheiratet mit Mathilde, geb. Maltze († 13.08.1852 in Wieluń).
Franz Bartsch, 1853-1859
Geboren in Gumbinnen (Ostpreußen) am 19. Juli 1825. Er studierte Theologie in Dorpat 1847-1851. Nach seiner Zeit als Vikar in Władysławów und Turek wurde er anschließend als Pfarrer in Wieluń 1853-1859 eingesetzt. Er verstarb 31. Oktober 1859 ebenda.
Otto Wüstehube, Administrator 1860
Geboren am 14. März 1832. Er studierte Theologie in Dorpat 1852-1856 und ordinierte am 19. Oktober 1856. Nach seiner Vikariatszeit war er 1860 kurz Administrator in Wieluń und daraufhin als Pfarrer in Radom 1860-1902 eingesetzt. Er übernahm die Superintendantur der Warschauer Diözese 1899-1902. Er verstarb am 16. August 1902.
Wilhelm Winkler, 1860-1912
In Kalisch am 10. Mai 1830 als Sohn des Lehrers und Kantors Wilhelm Winkler geboren. Er studierte Theologie in Dorpat 1850-1854 und ordinierte am 8. Oktober 1854. Zunächst als Vikar in Kalisch 1854-1856 tätig, wurde er anschließend Pfarrer in Zagórów 1856-1860 und in Wieluń 1860-1912. Er verstarb am 21. Oktober 1917 in Gaszyn bei Wieluń im Alter von 87 Jahren und war verheiratet.
Robert Ludwig Haefke, 1913-1920
Geboren am 2. November 1868. Er studierte Theologie in Dorpat und ordinierte am 3. Dezember 1893. Er war Vikar an St. Johannis Łódź 1803-1894, darauf Pfarrer von Kleszczów und des Filials Dziepólc. Von 1913-1920 war er als Pfarrer in Wieluń eingesetzt. Er verstarb am 18. Januar 1920 und war unverheiratet.
Heinrich Wendt, 1920-1939 / 1945-1962
In Nowosolna am 7. Mai 1886 als Sohn des Pfarrers Friedrich Wendt geboren. Er studierte
Theologie in Breslau und Dorpat, wo er 1915 sein Studium beendete. Während des Ersten
Weltkrieges begab er sich im Januar 1916 auf Wunsch des Generalsuperintendent Bursche nach Moskau zwecks seelsorgerlicher Betreuung der Flüchtlinge aus Polen. 1917 wurde er in Moskau vom Generalsuperintendent Willigerode ordiniert. Er übernahm das Pfarramt in Wieluń 1920-1939. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges bis Dezember 1939 war er im Lager Radogoszcz inhaftiert. Im Juni 1940 wurde er in das sogenannte Generalgouvernement versetzt, wo er bis 1944 in Warschau Zuflucht fand. Anschließend wurde er wieder als Pfarrer in Wieluń 1945-1962 eingesetzt. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.
Jakob Rossnagel, Administrator 1941-1942
Geboren am 16. Juli 1910 in Chichostów bei Lublin als Sohn des Eduard Rossnagel und der Emilie geb. Ziebarth. Er studierte Theologie in Warschau und ordinierte am 25. Oktober 1936. Er war als Vikar in Konin mit Sitz in Maślaki vom 01. November 1936 bis 01. März 1939 eingesetzt. Anschließend wurde er Administrator in Kutno 1939-1941, in Wieluń 1941- 1942 und zuletzt in Cholm 1942-1943. Es folgten Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft. Nach 1945 wanderte er nach Kanada aus. Er war verheiratet mit Gertrud geb. Ölke, 3 Kinder.
Quellen:
Kneifel, Eduard: Die Evangelisch-Augsburgischen Gemeinden der Kalischer Diözese, Plauen im Vogtland 1937
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971