Lastenausgleich 1950er und 1960er Jahre

Sie sind hier: Start » Projekte/Datenbanken » Lastenausgleich

 

Das Gesetz über den Lastenausgleich (auch Lastenausgleichsgesetz genannt, abgekürzt LAG) vom 14. August 1952 hatte zum Ziel, Deutschen, die infolge des Zweiten Weltkrieges ihr Vermögen verloren haben, eine finanzielle Entschädigung zu gewähren.

Für die Organisation und Verwaltung wurden in den Bundesländern Landesausgleichsämter und auf Bundesebene das Bundesausgleichsamt eingerichtet. Auf Landesebene dienten Heimatauskunftsstellen der Erfassung der ehemaligen Einwohner im vormaligen Siedlungsgebiet. Die Beschreibung des Bundesgesetzes und die Zuständigkeiten der einzelnen Bundesländer sind in der Wikipedia nachlesbar.

Betriebsliste 712a
Kopfbogen einer Betriebsliste 712a der Heimatauskunftsstelle Polen II

Im Bundesland Niedersachsen gehörte das Hilfskomitee der evangelisch-lutherischen Deutschen aus Polen und Wolhynien mit Sitz in Hannover und der Mitwirkung von Pastor Hugo Karl Schmidt (*1909 †2009) zur Heimatauskunftsstelle Polen II. Im Schriftverkehr des Nachlasses von Pastor Schmidt befinden sich Anschreiben an ehemalige Einwohner in Polnisch-Wolhynien und Durchschläge der Betriebslisten, erstellt für die Heimatauskunftsstelle. Die Betriebslisten sind innerhalb einer Gemeinde unterteilt in Betriebe mit belegtem Einheitswert (Kategorie A, entfällt in Wolhynien und Polesien), Betriebe mit Anträgen (Kategorie B) und ohne Anträge (Kategorie C). Erfasst wurden Eigentum oder Pachtland mit der Größe in Hektar und ein berechneter Betriebshektarsatz in Reichsmark.

Seit einigen Jahren sind die Findbücher des Bundesarchivs online ohne Anmeldung mit dem Invenio-Tool durchsuchbar. Zu den recherchierbaren Dokumenten gehören auch die Akten des Lastenausgleichsarchivs. Eine schriftliche Anfrage in Lastenausgleichssachen sollte Namen und Ort bzw. Region und Geburtsdatum enthalten. Werden Personen mit dem gesuchten Namen gefunden, bekommt man dieses mitgeteilt.

Bei der Suche in den Unterlagen zum Lastenausgleich ist zu beachten, dass nur Bürger mit Wohnsitz in der Bundesrepublik (BRD) oder in Berlin (West) in den 1950er und 1960er Jahren berechtigt waren, einen Antrag auf Lastenausgleich zu stellen. Bürger der ehemaligen DDR erhielten erst in den 1990er Jahren die Berechtigung, eine Entschädigungszahlung zu beantragen.

Forscher, die ihre Eltern oder Großeltern in dieser Datenbank finden, können beim Bundesarchiv Bayreuth – Lastenausgleichsarchiv eine Kopie der Unterlagen erfragen. Anfragende müssen ihre direkte Verwandtschaft belegen, wenn die angefragten Dokumente sich lt. dem deutschen Personenstandsgesetz noch in der Sperrfrist befinden.

 

Quellen:

  • Deutsche Wikipedia: Artikel Lastenausgleichsgesetz, gelesen am 22.2.2024
  • Deutsche Wikipedia: Artikel Heimatauskunftstellen, gelesen am 22.2.2024
  • Bildnachweis: Betriebsliste 712a für die Gemeinde Janow/Lukow, Kreis Horochow, ausgestellt für die Heimatauskunftsstelle Polen II; Nachlass von Pastor Hugo Karl Schmidt (*1909 †2009) im Archiv des Historischen Verein Wolhynien e.V.

 

Eisenach, im Februar 2024. Gerhard König

 

Datenbank Lastenausgleich

 

nach oben

 

Projekte/Datenbanken
Forschungsstelle Mittelpolen
Forschungsstelle Russlanddeutsche
Forschungsstelle Wolhynien

nav nav
nach oben
Die Inhalte der Website und das Menü sind so umfangreich, dass wir empfehlen, das Querformat zu benutzen.