1. Die Pfarrer
Otto Hevelke, 1849-1865
Otto Hevelke wurde am 27. März 1825 in Płozk als Sohn des Pfarrers und späteren Superintendenten Johann Karl Hevelke geboren. Er studierte Theologie in Dorpat 1842—1844 und war als Pfarrer in Pułtusk 1849—1865 tätig. Otto Hevelke heiratete 1885 Marie, geb. Lilpop (verst. 9. Februar 1916). Sein Sohn Stefan Hevelke war Friedensrichter und verstarb am 9. Dezember 1904 in Riga.
Reinhold Wilhelm Zimmer, Administrator 1865
Geboren am 14. Januar 1831, studierte er Theologier in Dorpat 1854-1861 und ordinierte am 14. September 1862. Er war als Vikar in Warschau 1862-1865, als Administrator kurz in Pułtusk 1865 und anschließend als Pfarrer in Pabianice 1865-1896 tätig. Gestorben am 13. September 1898, ledig.
Eugen Biedermann, 1865-1871
In Pabianice am 24. Februar 1832 als Sohn des Pfarrers Daniel Gottlieb Biedermann geboren. Er studierte Theologie in Dorpat 1853-1857 und wurde am 21. Juni 1857 ordiniert. Nachdem er Vikar und Militärkapellan der Warschauer Garnison 1857-1860 gewesen war, wirkte er als Pfarrer in Zagórów 1860-1865, in Pułtusk 1865-1871 und in Tomaszów Mazowiecki 1871-1912. Er übernahm die Superintendantur der Petrikauer Di özese 1905-1912 und war verheiratet Ehe mit Marie Emma Katharine, geb. Loth.
Władysław Wernitz, 1871-1884
Geboren am 25. Mai 1832 in Warschau als Sohn eines Fabrikanten von Blasinstrumenten. Er studierte Theologie in Dorpat 1850-1854 und ordinierte am 8. Oktober 1854. Als Vikar in Suwałki 1854-1855 und in Płock 1855-1856 eingesetzt, wurde er anschließend Administrator in Władysławow 1856-1861. Danach erst Administrator und dann Pfarrer in Wiżajny 1861-1870. Außerdem Administrator in Tomaszów Mazowiecki 1870 und in Pułtusk 1871-1884. Zuletzt übernahm Pfarrer Wernitz die Pfarrstelle in Suwałki 1884-1913 und war 1898-1913 Superintendent der Augustower Di özese. Er verstarb am 6. Mai 1917 in Suwałki und war verheiratet mit Alwine, geb. Oberleitner.
Adolf Dymowski, 1884-1912
Adolf Dymowski wurde in Warschau am 29. Oktober 1848 geboren und studierte Theologie in Dorpat 1870—1883. Er ordinierte am 30. Dezember 1883 und wurde als Vikar in Nowy Dwór 1884 eingesetzt. Pfarrstelle in Pułtusk übernahm er 1884—1912. Pfarrer Dymowski verstarb am 1. Januar 1913 und wurde in Warschau beerdigt. Er war verheiratet mit Olga Ludwike, geb. Schiffmann (gest. 1909). Sein einziger Sohn (Student) verschied 1912; seine einzige Tochter war mit einem Sohn des Łodzer Pfarrers Rudolf Gundlach verheiratet.
Alexander Karl Falzmann, 1913-1920
Alexander Karl Falzmann wurde am 24. August 1887 geboren und studierte Theologie in Dorpat. Nachdem er am 8. Dezember 1912 ordiniert wurde, übernahm er eine Stelle als Vikar an der Łodzer St. Johannis-Kirche 1912/13. Als Pfarrer war er in Pułtusk 1913—1920 und in Zgierz 1920—1939 eingesetzt. Pfarrer Falzmann leitete ebenso die Evangelistenchule in Zgierz. Während des Ersten Weltkrieges wurde er mit seiner Gemeinde nach Rußland verbannt. Weiterhin war er Mitglied des polnischen Konsistoriums in Warschau 1937 bis 1939. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, Ende September 1939, von der Gestapo verhaftet und im Łodzer Gefängnis an der Sterling-Str. inhaftiert. Im Juni 1940 brachte man ihn nach Dachau, wo er als sog. besonders Belasteter einer Strafkompanie zugeteilt wurde. Am 4. Mai 1942 starb er in Dachau an Entkräftung. Verheiratet gewesen, ein Sohn und zwei T öchter.
Erich Ludwig Gustav Buse, Administrator 1922-1923
In Konstantynów bei Łodz am 1. Oktober 1895 als Sohn des dortigen Pfarrers Johann Buse und Sophie, geb. Manitius geboren. Er studierte Theologie in Dorpat und Leipzig und wurde am 3. Juni 1921 ordiniert. Er war darauf Vikar in Warschau und Pułtusk 1921-22 und Administrator in Pułtusk 1922-23. Die Pfarrereiin Lipno übernahm er von 1923—1945 und war Superintendent des Kirchenkreises Lipno 1939/40—1942. Bei der deutschen Wehrmacht diente Erich Buse 1942—1945 und verstarb in russischer Kriegsgefangenschaft in Tiflis am 7. November 1945. Er war verheiratet mit Natalie, geb. Hauk. 4 Kinder.
Robert Nitschmann, 1929-1939
Geboren am 26. Oktober 1896, ordiniert am 14. April 1918. Pfarrer in Pułtusk 1923-1929 und anschließend in Nowy Dwór 1929-1939. Am 15. November 1939 wurde er von der Gestapo verhaftet und starb im Konzentrationslager Oranienburg-Sachsenhausen am 23. Juli 1940. Verheiratet mit Nora, geb. Leye, 2 T öchter.
Sigismund Lang, 1927-1930
Geboren am 3. Februar 1890 in Nikonkowice, Kreis Lemberg, als Sohn des Maschinenmeisters Adolf Lang und Katharina, geb. Ganz. Er studierte Theologie in Wien und Warschau. Nachdem er am 6. März 1927 ordinierte als Vikar und darauf in Wiżajny eingesetzt. Anschließend übernahme er die Pfarrstelle in Pułtusk von 1930-1937 eingesetzt. Am 4. Dezember 1937 seines Amtes enthoben.
Leopold Matz, 1937-1939
Geboren am 23. August 1907. Er studierte Theologie in Warschau und ordinierte am 26. März 1933. Darauf wurde er als Vikar in Warschau 1933—1934 und als Administrator in Cholm-Kamień 1934—1938 eingesetzt. Die Pfarrstelle übernahm Pfarrer Matz in Pułtusk 1938 bis 1939. Während des Zweiten Weltkrieges diente er bei der Wehrmacht. Nach 1945 im Dienst der Polnischen Evangelischen Exilkirche in England tätig.
Oskar Krampitz, Administrator 1940
In Deutsch-Wilkow an der Weichsel am 24. Mai 1909 als Sohn des Bauern Wilhelm Krampitz und Agathe, geb. Gatzke, geboren. Er studierte Theologie in Warschau und ordinierte am 9. Oktober 1938. Danach war er als Vikar in Rozyszcze/Wolh. 1938—1939, als Administrator in Nowy Dwór 1939-1940 und in Pultusk von Mai bis September 1940 eingesetzt. Oskar Krampitz iente in der der Wehrmacht 1941—1945 und befand sich russischer Kriegsgefangenschaft 1945—1949. Pfarrer in Bülitz-Zeetze ab 1951. Er war verheiratet mit Emma Marie, geb. Fuchs. Kinder: 2 S öhne und 2 T öchter.
Rudolf Kersten, 1940-1944
In Modzerowo an der Weichsel am 2. Oktober 1891 als Sohn eines Lehrers und Kantors geboren, besuchte er das Predigerseminar Kropp bei Schleswig und begab sich nach Kanada, wo er am 10. August 1913 in Redern, Sask., ordiniert wurde. Im Nordwesten des Landes von 1913 bis 1921 tätig, kehrte er wieder nach Polen zurück und amtierte von 1921-1924 in Rozyszcze, Wolhynien; 1924-1936 in Stawiszyn, 1936-1939 in Paproć Duża, 1940-1944 in Pułtusk. Darauf kurz in Bad Altheide (Schlesien), und in Aweyden (Ostpreußen) 1944/45. Flüchtlingspfarrer in Dänemark von März bis Mai 1945. In den Jahren 1945-1948 bediente er Karlum in Schleswig-Holstein, 1949-1958 die altlutherische Gemeinde in Weißenfels, anschließend im Ruhestand.
Ab 1932 leitete er die Jugendarbeit in der augsburgischen Kirche; seit 1933 war er Missionsreferent der Leipziger evangelisch-luthersichen Heidenmission. Von 1933 gab er das Monatsblatt „Jugendfreude“ für die kirchlichen Jugendkreise heraus. Außerdem verfasste er einen Katechismus für Schule und Konfirmandenunterricht; „Mein erstes Sonntagsbuch“ für Kindergottesdienst, Schule und häuslichen Unterricht; 1929 die Liedersammlung „Unser Liederbuch“. Verheiratet in 1. Ehe mit Herta, geb. Mehling (verstorben); in 2. Ehe mit Elfriede, geb. Kassner (verstorben); in 3. Ehe mit Elli, verw. Weicht, geb. Lipski. Kinder: Elisabeth (verheiratete Kierdorf), Christa (verheiratete Schulz), Ilse (verheiratet mit Pfarrer G. Gilde, früher Königsberg), Anita.
2. Die Vikare
Erich Ludwig Gustav Buse, 1921-22
siehe oben
Quellen:
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971