Die jüdischen Friedhöfe in Dobra

Alter Friedhof Kartenausschnitt 1930

Alter Friedhof Kartenausschnitt 1930

Große Karte

Alter Friedhof Kartenausschnitt aktuell

Neuer Friedhof Kartenausschnitt 1930

Neuer Friedhof Kartenausschnitt 1930

Große Karte

Neuer Friedhof Kartenausschnitt aktuell

Die jüdische Gemeinde von Dobra verfügte über zwei Begräbnisplätze, beide Friedhöfe wurden während des Zeiten Weltkrieges zerstört. Auf Anweisung der deutschen Besatzer wurde ein Teil der Grabsteine bei Bauarbeiten wiederverwendet, unter anderem bei der Verlegung des Bürgersteiges für die Villa des damaligen deutschen Bürgermeisters von Dobra.

Der alte jüdische Friedhof

Der alte jüdische Friedhof in Dobra wurde in der Nähe der Synagoge an der heutigen Gabriela-Narutowicza-Straße angelegt. Neben der jüdischen Gemeinde von Dobra nutzte ihn auch die Gemeinde von Turek. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er verwüstet. Nach der Beräumung des Geländes diente er als Marktplatz. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der Marktplatz auf Initiative von Dr. Leon Weintraub, einem Nachkommen der Familie Bajrach aus Dobra (Mutter: Nacha Bajrach, Großvater: Salomon Joel Bajrach), beseitigt und an der Stelle des ehemaligen Friedhofs eine Gedenkstätte erbaut. Den Mittelpunkt bildet ein Mahnmal, das auf einer Grundfläche in der Form eines Davidssterns errichtet wurde und auf dem sich Tafeln mit der folgenden Inschrift auf Polnisch, Jiddisch, Hebräisch und Englisch befinden:

Gedenktafeln
Polnisch: Jiddisch:[1]
Dla uczczenia i upamiętnienia historii
Żydowskich mieszkańców Dobrej,
w szczególności ofiar nazistowskiej okupacji
w latach 1939–45.

Ich potomkowie

oraz Rada Miejska w Dobrej
i Samorząd Miasta Dobra.

Dobra 2008
צום אָנדענק און מכבד זײַן
פֿון דער געשיכטע פֿון די ייִדישע אײַנװאױנער פֿון דאָבראַ
און באַזונדערש די קרבנות פֿון דער נאַזיסטישער אָקופּאַציע
אין די יאָרן 1939 – 1945.

זייער קינדער און קינדסקינדער

דער שטאָט-ראָט
און קהילה-ראָט פֿון דאָבראַ.

דאָבראַ 2008
Englisch: Hebräisch:
To honour and commemorate the history
of the Jewish residents of Dobra,
in particular the victims
of the Nazi occupation between 1939 and 1945.

Their descendants

The Dobra Town Council
with the local Government of Dobra Town Inhabitants.

Dobra 2008
לזיכרון עולם
של התושבים היהודיים של דוברה
ובמיוחד הקרבנות של הכיבוש הנאצי
בשנים 1939 – 1945.

צאצאיהם

וכן מועצת העיר דוברה
ועיריית דוברה.

דוברה תשס"ח

 

Um das Mahnmal herum sind Grabsteine angeordnet, die an verschiedenen Stellen der Stadt gefunden wurden. Die Eröffnungsfeier der Gedenkstätte fand am 19. August 2008 statt. Unter den Teilnehmern waren Nachkommen von Juden aus Dobra, Vertreter der Stadtverwaltung und jüdischer Organisationen sowie Anwohner des Ortes.

 

[1] Transkription: tsum ondenk un mekhabed zayn fun der geshikhte fun di yidishe aynvoyner fun dobra un bazundersh di korbones fun der nazistisher okupatsye in di yorn 1939 – 1945. zeyer kinder un kindskinder, der shtot-rot un kehile-rot fun dobra. dobra 2008

 

Der neue jüdische Friedhof

Wahrscheinlich aufgrund des Wachstums der Stadt und des damit verbundenen Platzbedarfs sowie mit zunehmendem Bewusstsein über die Risiken von Epidemien legte die jüdische Gemeinde von Dobra um 1880 einen neuen Friedhof im Süden der Stadt an, außerhalb des bebauten Gebietes. Der neue Friedhof wurde ausschließlich von der jüdischen Gemeinde Dobra genutzt. Er befindet sich stadtauswärts auf der linken Straßenseite in Richtung Strachocice, seine Lage ist auf einer militärischen Karte aus der Vorkriegszeit verzeichnet. Bei der letzten bekannten Bestattung wurden vermutlich 13 Juden beigesetzt, die 1941/42 auf der Flucht getötet worden waren. Von dem während des Zweiten Weltkrieges verwüsteten Friedhof ist keiner der Grabsteine erhalten geblieben. Das Areal hat eine Größe von etwa 0,3 Hektar. Auf dem Gelände wurde ein Denkmal in Form eines stilisierten Grabsteins errichtet mit der Inschrift: "Cmentarz żydowski. Teren prawnie chroniony. Uszanuj miejsce spoczynku zmarłych." (Jüdischer Friedhof. Das Gelände ist gesetzlich geschützt. Respektieren Sie die letzte Ruhestätte der Toten.).

 

Quellen:
Fotos und Text: Jürgen Frantz, Karsten Mettendorf, Dessau-Roßlau und Dieter Pechner, Wesel

  • Krzysztof Bielawski, "Dobra (woj. wielkopolskie): Zabytki: Cmentarze: Stary cmentarz żydowski przy ul. Narutowicza", überarbeitet von Jan Kubisa und Michał Czajka, Projekt Virtuelles Schtetl, Warschau: POLIN Museum für die Geschichte der Polnischen Juden (Hrsg.) (besucht am 9. Juni 2015) [Polnisch].
  • Krzysztof Bielawski, "Dobra (woj. wielkopolskie): Zabytki: Cmentarze: Nowy cmentarz żydowski – przy drodze do Strachocic", überarbeitet von Jan Kubisa, Projekt Virtuelles Schtetl, Warschau: POLIN Museum für die Geschichte der Polnischen Juden (Hrsg.) (besucht am 9. Juni 2015) [Polnisch].
  • Krzysztof Bielawski und Leon Weintraub, "Dobra", Kirkuty, Krzysztof Bielawski (Hrsg.) (besucht am 9. Juni 2015) [Polnisch].
  • Przemysław Burchard, Pamiątki i zabytki kultury żydowskiej w Polsce: Zebrał, opracował i wstępem opatrzył (Warschau: Piotr Piotrowski, 1990), S. 105 [Polnisch].
  • Lucja Pawlicka-Nowak, "Dobra: Koninskie", International Jewish Cemetery Project, International Association of Jewish Genealogical Societies (IAJGS) (Hrsg.) (besucht am 9. Juni 2015) [Englisch].


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    Zu diesem Friedhof sind noch keine Grabsteine erfasst
     




     
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