Altlutherische Kirchengemeinde Rogasen – Schulen

Die Elementarschule in Rogasen

Von 1836 bis 1845 unterrichtete an der lutherischen Privatschule der Lehrer und spätere Pastor Adolf Ferdinand Augustin. Ihm folgte 1846 Lehrer August Freymark. 1849 wurde eine neue Kirche geweiht, in deren Obergeschoß die Schulstube und die Lehrerwohnung untergebracht waren. 1852 wurde der Schulamtskandidat Gädke als Lehrer angestellt. 1856 hatte die Schule den öffentlichen Status erreicht. Lehrer war jetzt Georg Plehn. Zum 1. November 1857 wurde dieser aber versetzt. Sein Nachfolger war Friedrich Ledebuhr, bis diese 1864 einging.

Die Höhere Schule in Rogasen

Am 1. November 1848 rief Dr. Emil Francke mit Unterstützung des Hilfspredigers Gustav Ludwig Könnemann eine lutherische höhere Schul- und Erziehungsanstalt in Rogasen ins Leben mit der Absicht, sie zu einem Gymnasium auszubauen. Die Genehmigungen der Regierung und des Oberkirchenkollegiums lagen vor. 1850 konnte ein erster Schulneubau errichtet werden. 1856 fand die Grundsteinlegung für ein neues Gebäude, das die Heimstätte des Privat-Gymnasiums werden sollte, statt. Der Ausbau ging voran, weil am Ort ein Bedarf an höherer Bildung bestand; er wurde aber zugleich durch finanzielle Probleme aufgehalten und durch die konfessionell-lutherische Ausrichtung erschwert. Von 1856 bis 1858 stand die Schule unter der Direktion des Kollegienrates Theodor von Thrämer. Danach übernahm Francke selbst die Schulleitung und legte deshalb sein Pfarramt nieder.
Es gestaltete sich schwierig, die erforderlichen Lehrer zu finden. Zum 1. Mai 1854 trat Pastor Johann Samuel Bürger aus Reinswalde als Lehrer ein und blieb bis 1859. 1856 und 1857 wirkte Lehrer Paul Erwin Fischer, der später in Berlin tätig wurde. Auch Lehrer Wilhelm Kegel war 1858 zunächst an der höheren Schule in Rogasen im Einsatz, ehe er nach Berlin wechselte. Am 5. Oktober 1858 wurde Lehrer Karl August Ratsch an die höhere Knabenschule nach Rogasen berufen; er erhielt dort 1866 seine definitive Anstellung, als die Schule bereits in städtische Verwaltung übergegangen war.
Die Übernahme als Progymnasialschule durch die Stadt erfolgte zum 1. Oktober 1862. Aus dieser Vorstufe ging dann am 15. Oktober 1873 das königliche Gymnasium Rogasen hervor.

Die Schule in Lindenwerder – Pfarrbezirk Rogasen

Die lutherische Gemeindeschule wurde am 22. November 1845 gegründet. Als ein Gotteshaus gebaut wurde (dieses wurde am 16. November 1851 geweiht), hatte man im Dachgeschoss eine Lehrerwohnung und eine Schulstube eingebaut. Als Lehrer wurde 1852 Johann Rosenau eingestellt. Rosenau war vorher Lehrer in Budsin und in Sypniewo bei Margonin. Sein Nachfolger wurde vorübergehend Theodor Mertens, der 1853 nach Jabel wechselte. Im Jahr 1855 trat Wilhelm Konschak die Lehrerstelle an. Die Schule hatte 1864 einen öffentlichen Status erlangt. Nach Konschaks Emeritierung übernahm 1896 Paul Penther die Stelle. 1912 konnte eine Vereinigung mit der evangelischen Schule abgewendet werden. 1913 wurde ein neues Schulhaus gebaut, welches am 13. Oktober d. J. eingeweiht wurde. Penther verließ Posen und war ab 1.April 1922 Lehrer an der evangelischen Volksschule 137 in Berlin. Die Schülerzahl erreichte 1864 ihren Höchststand mit 31 Jungen und 28 Mädchen, und pendelte sich danach zwischen 40 und 50 Schülern ein, bis sie zum Ersten Weltkrieg absank (1918: 30 Schüler).

1920 war die Hilfslehrerin Lydia Hoffmann angestellt. Die Zahl der Schulkinder war infolge des Kriegs weiter zurück gegangen. Infolge der Nachkriegsereignisse war Lindenwerder Polen zugeschlagen worden. Zusammen mit anderen Gemeinden, die zur ELKP gehörten, bildete Lindenwerder seit 1924 die eigenständige „Evangelisch-Lutherische Kirche in Polen‟. Danach erscheint die Schule nicht mehr in den Statistiken. Und als zu Beginn des Zweiten Weltkrieges nach der deutschen Besetzung Polens Lindenwerder wieder in die ELKP eingegliedert wurde, bestand die Schule schon nicht mehr.

Abgeschrieben und überarbeitet von Jutta Grube im November 2019

 

Quellen:
Stolle, Volker: Lutherische Schulen von 1835 bis 1940. Das Schulwesen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Preußen (Altlutheraner). Göttingen 2017 (Oberurseler Hefte, Ergänzungsband 19), S. 181 ff, 191, 192
Knoop: Zur Geschichte des Rogasener Gymnasiums, 3-11; BGS 237; 291; 297)

 


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