Die Kleinstadt Pogorzela war im 16. Jahrhundert Eigentum der Familie Pogorzelski, die sich der Reformation zuwandte und die katholische Ortskirche ihren lutherischen Glaubensgenossen übergab. Im Jahr 1595 war hier Petrus Dresnensis Pastor, er unterschrieb den Thorner Synodalbeschluss. Unter König Siegismund III erhielten die Katholiken das Kirchegebäude zurück, das evangelische Bekenntnis wurde unterdrückt.
Nachdem in der Mitte des 18. Jahrhunderts sich zahlreiche evangelische Deutsche in der Umgegend (in Guminiec 1748) niedergelassen und an die Kirchen in Kobylin, Sandberg und Koschmin angeschlossen hatten, gründete die Kirchenbehörde 1854 durch Abzweigungen von den genannten Parochien dort ein neues Kirchspiel, welches außer der Stadt und dem Dominium Pogorzela 35 Ortschaften und Vorwerke, u.a. Guminiec, Gluchowo, Wzionchow, Malgow, Bielawy, Szelejewo, Bulakow, Berdychow, Siedlec, Lukaczew umfaßte. Vor Errichtung des Kirchspiels bewilligte der Oberkirchenrat ab Juli 1853 jährlich 250 Thaler für einen Pfarrverweser. Fast ein Jahrzehnt musste sich die Gemeinde mit einem alten unzureichenden Bethaus begnügen, bis sie durch eigene Opfer und durch eine Beihilfe von König Wilhelm von 12.000 Mark zu einem massiven Kirchengebäude mit Turm gelangte, das 1862 geweiht wurde. Zur Beschaffung von Glocken und Orgel gewährte Königin Augusta 1863 ein Gnadengeschenk, dem sich Geschenke vieler Vereine und des Oberkirchenrates anschlossen. Ein Pfarrhaus wurde bereits 1853 für 800 Thaler erworben. In Guminiec wurde ein Filialgottesdienst in der Schule gehalten.
Das Kirchspiel zählte um 1898 1.361 und 1937 nur noch 340 Gemeindeglieder.
Abschrift und Bearbeitung des Textes aus Werner/Steffani, Überarbeitung und Ergänzung: Jutta Grube im Dezember 2022
Quellen:
Golon, Arnold und Steffani, Johannes: Posener Evangelische Kirche. Ihre Gemeinden und Pfarrer von 1548 bis 1945, 1967
Werner, Albert u. Steffani, Johannes: Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen, Posen 1898, Seite 264 ff.
Artikel in Wikipedia Unierte Evangelische Kirche in Polen (zuletzt besucht am 07.12.2022)