1. Die Pfarrer I. Pfarrstelle
Florian Böhm, 1637-1640
Vorher Pfarrer in Kobylin, ging 1640 als Pfarrer nach Jutroschin.
Christian Hiller, 1640-1669
Geboren 1617 in Reichenbach/Schl. als Sohn des dortigen Pfarrers und späteren Probstes zu Oels, Martin Hiller. Er erwarb sich große Verdienste in der Sicherung des Kirchenwesens in Zeiten der Verfolgung der Evangelischen. In Anerkennung seiner Leistung wurde er 1663 zum General-Senior der evangelisch-lutherischen Gemeinden Großpolens ernannt. Er starb 1733. Seine Adventsandachten wurden 1733 durch seinen Amtsnachfolger Lauterbach in Schlichtingsheim gedruckt.
Daniel Korn, 1668-1672
Geboren 1640 in Breslau und dort vorher Prediger an St. Hieronymi, wurde 1668 berufen und starb 1693 als Pfarrer in Raudten, nachdem er zur Zeit der Zerstörung der Kirche in Sienutowo nach Schlesien geflüchtet war. Mehrere seiner Leichenpredigten wurden gedruckt.
M. Peter Schröer, 1673-1704
Er stammt aus Breslau und wurde nach Jäschkes Abgang in Sienutowo 1673 aus Ulbersdorf berufen. Er starb 1704.
George Hanke, 1704-1710
Geboren in Militsch 1650, war vorher II. Pfarrer, rückte 1704 aus dem Diakonat ins Pastorat. Er starb 1710 an der Pest.
Engelhard Guhr, 1710-1714
Vorher ii. Pfarrer in Rawitsch und ging 1714 wieder nach Rawitsch.
Johann Christoph Eberti, 1714-1756
Geboren 1677 in Neukirch am Goldberg, war auf dem Elisabeth-Gymnasium in Breslau ein Schüler des berühmten Rektors Crantz. Er studierte in Wittenberg und Jena, wurde 1708 II. Pfarrer in Kobylin und zur Pestzeit 1710 als Diakonus nach Zduny berufen, bis er 1714 Pfarrer und 1744 Kreissenior wurde. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1758 starb er 1760. Er besaß eine Neigung für schlesische Literatur und hinterließ der Nachwelt eine ganze Reihe von Schriften.
Johann Lauterbach, 1758
1693 in Fraustadt geboren, war dort mehrere Jahre Rektor, als er 1731 auf die zweite Pfarrstelle berufen wurde. Nachdem er 1758 erster Pastor wurde, starb er schon im selben Jahr. Sein Sohn Samuel Abraham, Pastor in Neuschloß, gab in Breslau 1761 seine Biographie heraus und verfasste die Geschichte von Zduny.
Christoph Dienegott von Geißler, 1759-1895
Vorher Pfarrer in Kobylin. Nachdem die Religionfreiheit gewährt war, erwarb er sich Verdienste als Kreissenior um die Errichtung neuer Pfarreien. Er starb 1795 im Alter von 73 Jahren.
Paul Immanuel Matthiä, 1795-1810
Sohn des Pfarrers Johann Heinrich Matthiä zu Fraustadt-Neustadt, 1738 geboren, wurde 1768 Pfarrer in Oberpritschen und 1780 als zweiter Pfarrer nach Zduny berufen. Nach dem großen Brand leitete er den Kirchenneubau, wurde 1795 erster Pastor und danach auch Kreissenior. Nach Meinungsverschiedenheiten mit seiner Gemeinde legte er 1810 nach 30jähriger Amtsführung das Amt nieder. Er starb 1820 in Militsch.
Samuel Gottfried Hetzold, 1810-1816
Geboren 1767 in Löwen bei Brieg, wurde 1795 zweiter und 1810 erster Pastor. Er wurde bald schwer krank und verstarb im Amt.
Carl Gottlob Kahlert, 1816-1832
Geboren 1772 zu Heinersdorf bei Frankenstein, wurde 1810 zweiter und 1816 erster Pastor. Er starb am 10. Dezember 1832.
Vakanz, 1833-1834
Die kirchlichen Amtshandlungen übernahm Pastor Reichpietsch aus dem nahen Freyhan.
Heinrich Otteo Eduard Karthaus, 1834-1840
Wurde 1834 als Pfarrer gewählt und verstarb am 10. Oktober 1840.
Carl Julius Gustav Hertwig, 1841-1848
Geboren in Neuendorf bei Breslau, vorher Pfarrer in Hundsfeld bei Breslau. Im Jahr 1848 folgte er dem Ruf an die Kreuzkirche in Posen.
Carl Gottlob Flöter, 1849-1855
Im Jahr 1814 geboren, war er bereits mehrere Jahre Lehrer in Gnesen und Strzyzew-Hauland gewesen, als er das Abiturientenexamen ablegte und Theologie studierte. Darauf wurde er zunächst Rektor in Czarnikau und 1849 nach Zduny berufen. 1855 ging er nach Neustädtel in Schlesien, wo er 1870 starb.
Friedrich Richard Otto Pfeiffer, 1856-1867
Vorher Rektor in Herrnstadt, nachher Pfarrer in Schweidnitz.
Hermann Adolf Henschel, 1867-1903
Geboren am 03. Februar 1837 in Posen, ordiniert am 24. Juni 1860, vorher II. Pfarrer in Schlichtingheim. Er verfaßte die Geschichte die Pfarrei, aus der oben zitiert wird. Ab 1903 im Ruhestand.
Waldemar Kiewitz, 1903-1914
Geboren am 19. April 1874 in Posen, ordiniert am 23. März 1902, nachher I. Pfarrer in Löwen/Schl.
Rudolf Hanow, 1914-1920
Vorher Pfarrer in Tarnowko, nachher Pfarrer in Korsenz/Schl.
Kurt Krause, 1922-1923
Vorher Pfarrer in Grünkirch, nachher Pfarrer in Lessen, ab 1929 in Groß Bösendorf bei Thorn.
Konrad Stolpe, 1924-1926
Vorher Pfarrer in Wronke, im August 1926 ausgewiesen, nachher Pfarrer in Lorenzdorf/Brdbg.
Viktor Wagner, 1927-1934
Geboren am 24. Februar 1889 in Neu Chrusno bei Dornfeld in Galizien, ordiniert am 06. Juli 1913, vorher Pfarrer in Hohenbach/Galizien, nachher Pfarrer in Zirke.
Dr. Albert Adam, 1934-1937
Vorher Pfarrer in Ritschenwalde.
Paul Emil Neumann, 1937-1940
Geboren am 03. September 1899 in Konkolewo, vorher Pfarrer in Althütte, ausgeschieden. Ab 1951 Pfarrassistent in Großhettstedt/Thür., ab 1965 im Ruhestand.
Lic. Martin Teske, 1941-1945
Geboren am 23. September 1914, ordiniert am 30. März 1941, nachher Pfarrer in Rethen/Leine, ab 1962 Pfarrer in St. Dionys/Hannover.
2. Die Hilfsprediger bzw. II. Pfarrstelle
George Hanke, 1686-1704
Geboren 1650 in Militsch, wurde anschließend I. Pfarrer.
M. Samuel Seliger, 1704-1707
Geboren 1676 in Breslau, wurde dort Lektor an St. Elisabeth. Er ging 1707 nach Paschkau bei Oels.
Engelhard Guhr, 1707-1710
Er wurde Pfarrer.
Johann Christoph Eberti, 1710-1714
Er wurde im Anschluss I. Pfarrer.
M. Christian Jeremias Hanke, 1714-1731
Geboren 1688, in Zduny, ein Sohn des ersten Diakonus, wurde zuerst mit dem Titel Pastor secudarius berufen. Er starb 1731.
Johann Lauterbach, 1731-1758
Geboren 1693 in Fraustadt, vorher dort Rektor, wurde im Anschluss I. Pfarrer.
Gotthilf Ehrenfried Jokisch, 1758-1772
Geboren 1730 als Sohn eines Pfarrers in Sommerfeld, er starb 1772.
Carl Gottlob Hödelhofer, 1772-1776
Geboren 1742 als Sohn des Diakonus in Fraustadt Franz Hödelhofer, wurde 1772 berufen und starb bereits 1776.
Johann Gottfried Pohl, 1777-1779
Aus Millitsch, verstarb 1779 im 24. Lebensjahr.
Paul Immanuel Matthiä, 1780-1795
Geboren 1738, aus Fraustadt, ab 1768 Pfarrer in Oberpritschen bei Fraustadt, wurde anschließend I. Pfarrer.
Samuel Gottfried Hetzold, 1795-1810
Geboren 1767 in Löwen bei Brieg, im Anschluss wurde er I. Pfarrer.
Carl Gottlob Kahlert, 1810-1816
Geboren 1772 in Heinersdorf/Schlesien, im Anschluss wurde er I. Pfarrer.
Friedrich Samuel Jäckel, 1816-1820
Aus Filehne, von 1809 bis 1816 Pfarrer in Azmoos/Schweiz, 16 bis 1820, wurde im Anschluss I. Pfarrer.
Johann Carl Gottfried Wutge, 1820-1826
Geboren in Karauschke bei Prausnitz/Schl. Mit seinem Abgang nach Koschmin ging 1826 die zweite Pfarrstelle ein. Veranlassung dazu war, daß Zduny nach dem letzten Brand heruntergekommen war und viele Gemeindeglieder, insbesondere Tuchmacher, nach Polen abwanderten.
Konrad Baier, 1833-1844, Hilfsprediger
Er war Rektor der Stadtschule und wurde zugleich als Hilfsprediger eingestellt. Er verließ Zduny 1844 nach Zaborowo.
3. Sieniutowo
Friedrich Opitz, 1645-1649
Aus Wohlau, nachher in Schlesien tätig.
Andreas Ronschkowius, 1649-1669
Aus Thorn, verstarb 1669.
Aaron Bliwernitz, 1669-1672
Vorher II. Pfarrer in Bojanowo, vertrieben, ab 1676 polnischer Pfarrer in Thorn, St. Georgen. Er verstarb im Jahr 1701..
Quellen:
Golon, Arnold und Steffani, Johannes: Posener Evangelische Kirche. Ihre Gemeinden und Pfarrer von 1548 bis 1945, 1967
Werner, Albert u. Steffani, Johannes: Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen, Posen 1898, Seiten 433-436