Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Sadoleś-Płatkownica

In den Niederungen am Bug auf den Gütern des Grafen Andreas Zamojski entstanden um 1830 die Dörfer Sadoleś und Płatkownica. Es waren im ganzen 5 Kolonien, davon die größte von ihnen Płatkownica, die nahezu 100 Bauern gezählt hatte. Gleichzeitig mit den Siedlungen schuf man in Sadoleś, Płatkownica und Ocięte Schulen, deren Räume auch zu Gottesdiensten dienten. Die Kolonien, in die Parochie Wengrow eingepfarrt, umfaßten den ganzen nördlichen Teil des Kreises Wengrow, einen kleinen Teil des Kreises Radzymin und die Stadt Brok. Sie lagen auf der rechten Seite des Bug und zählten insgesamt 1.500 Seelen

Im Jahr 1842 schlossen sich die Ortschaften zu einem Filial zusammen, das sie nach dem im Mittelpunkt der Kolonien gelegenen Dorf „Sadoleś“ benannten. In Berücksichtigung aber der größten Siedlung Płatkownica bezeichnete man es später als das zu Sadoleś-Płatkownica. Da in Sadoleś die alte kleine Holzkirche einem Feuerbrand zum Opfer fiel, errichtete man 1906 eine neue hölzerne, die Pastor Mikulski, Lomia, am 11. November 1906 einweihte. In Płatkownica legte man am 1. Mai 1907 den Grundstein zum Bau einer massiven Kirche, deren Einweihung Gen.-Sup. Bursche am 8. September 1908 vollzog. Initiator und Seele des Kirchbaues war der Bauer Jakob Müller, der auch als Kassierer fungierte. Er nahm den Bau energisch in die Hand und führte ihn trotz mancher Widerstände zu Ende. Angesichts der schönen Lage von Płatkownica erbaute hier das Warschauer Diakonissenhaus „Tabita“ ein Erholungsheim für die Schwestern.

Das Filial bereisten die Nachbarpastoren, so von Wengrow und zeitweise auch von Warschau, die im Turnus von je sechs Wochen abwechselnd in Sadoleś und Płatkownica Gottesdienste hielten. Dem neuen Kirchengesetz 1936 zufolge wurde es zu einer selbständigen Gemeinde erhoben. Doch hatte sie vor 1939 noch keinen eigenen Pastor. Es verwaltete sie Pfarrer Max Lipski, Wengrow. Die Entwicklung des Filials wies eine rückläufige Tendenz auf.

Zur Gemeinde gehörten 2 Kirchen, 1 Bethaus und 2 Friedhöfe. Ein Pfarrhaus gab es nicht. Im Jahr 1924 gab es zwei Schulen, Gemeindekantor war Adolf Waade. Im Jahr 1929 gehörten der Gemeinde 950 und im Jahr 1938 1.500 Seelen an.

Im Jahr 1929 gab es 52 Taufen, 21 Konfirmanden, 13 Trauungen und 26 Todesfälle, sowie 274 Kommunikanten (1913 waren es 866).

 

Quellen:
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971

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Evangelische Kirchengemeinde Sadoleś-Płatkownica

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