1. Die Pfarrer
Johann Gottlieb Maske, 1793-1798
Geboren als Sohn von Johann Maske, Pfarrer in Baerenwalde, Reg.-Bez. Marienburg. Er studierte Theologie in Halle 1785. Er war als Pfarrer in Białowieżyn bei Lipno seit 1793 tätig und danach Pfarrer in Babiak 1798—1808, wo er nach langer Krankheit am 5. Dezember 1808 verstarb. Pfarrer Maske war mit Maria Elisabeth, geb. Gatzke verheiratet, 5 Kinder.
Johann Christoph Pastenaci, 1799-1827
Aus Lischewen (Borzimmen), geboren am 22. März 1767 als Sohn des Pfarrers Johann Pastenci und Helena Barbara, geb. Wannovius, verw. Jäckel. Pfarrer in Lipno 1799—1827. Er verstarb am 20. September 1827 und war verheiratet mit Anna Christine Rosine, geb. Saps († am 23. Oktober 1831 im Alter von 52 Jahren). Er war Vater von Pfarrer Karl Wilhelm Pastenaci.
Karl Wilhelm Pastenaci, 1827-1857
Geboren am 17. Oktober 1800 in Lipno als Sohn des Pfarrers Johann Christoph Leberecht Pastenaci. Pfarrer in Gostynin 1825-1827, anschließend in Lipno 1827-1858. Starb am 17. September 1858, dreimal verheiratet, 11 Kinder.
Adolf Rondthaler, 1859-1877
In Brzeziny am 2. Dezember 1832 als Sohn des Lehrers und Kantors August Rondthaler und Christine Katharine, geb. Ruppmich geboren. Er studierte Theologie in Dorpat 1852—1856 und wurde am 19. Oktober 1856 ordiniert. Er war konfessioneller Lutheraner. Zunächst Substitut beim Superintendenten der Kalischer Diözese und darauf Religionslehrer an der Łódźer deutsch-russischen Kreisschule und Vikar an der St. Trinitatiskirche zu Łódź. Die Pfarrstelle in Lipno übernahm er 1859—1877. Pfarrer Rondthaler verstarb am 16. August 1877 an den Folgen eines starken Hufschlages, den ihm das eigene Pferd versetzt hatte. Verheiratet gewesen mit Wanda, geb. Mohr. Sein Sohn war der spätere Pastor und Direktor des Warschauer Rej-Gymnasiums Adolf Heinrich Rondthaler.
Heinrich Leopold Bartsch, 1878-1883
In Władysławów am 19. Dezember 1832 als Sohn des Pfarrers Karl Gottlieb Bartsch und Amalie Henriette, geb. Ziemer, geboren. Er studierte Theologie in Dorpat 1851-1855 und wurde am 18. November 1855 ordiniert. Nach seiner Zeit als Vikar in Warschau 1855—1858, wurde er darauf Pfarrer in Łowicz 1858-1868 und Diakonus in Warschau 1868—1872. Im Jahre 1872 gab er sein geistliches Amt auf und wurde jüngerer Zensor des Warschauer Zensur-Komitees 1872—1878. Danach wieder als Pfarrer in Lipno 1878—1883 eingesetzt. Das Amt des 2. Pfarrers übernahm er in Warschau 1883—1895 und anschließend als 1. Pfarrer 1895—1899. Außerdem Konsistorialrat 1896—1899 und Superintendent der Warschauer Diözese 1897—1899. Er verstarb am 28. Februar 1899 in Warschau.
Johann Buse, 1883-1895
In Königshuld (Paproć Duża) am 5. Juni 1859 als Sohn des Bauern Johann David Buse und Pauline, geb. Gundlach, geboren. Er studierte Theologie in Dorpat 1878—1882 und wurde am 29. Oktober 1882 ordiniert. Erst als Vikar in Warschau 1882 und dann am St. Trinitatis in Łódź eingesetzt. Das Pfarramt in Lipno übernahm er 1883—1895 und anschließend in Konstantynów 1895—1899. Darüber hinaus war er Direktor der Inneren Mission und Pfarrer in Wiskitki 1899—1900. Die Kirchengemeinde Iłów betreute er als Pfarrer von 1900-1904 und die Kirchengemeinde Petrikau von 1905—1914. Für die Jahre 1914—1931 kehrte er nach Iłów zurück. Pfarrer Buse war verheiratet in erster Ehe mit Sophie, geb. Manitius, Tochter des späteren Generalsuperintendenten Manitius und hatte mit ihr 6 Kinder. In zweiter kinderloser Ehe mit Mathilde, geb. Schmidt verheiratet, verstarb er am 4. März 1937 in Stegny und wurde dort beerdigt.
Johann Anselm Essenburger, 1895-1903
Geboren am 19. März 1867 in Groembach (Laznowska-Wola) als Sohn eines Bauern. Er studierte Theologie in Dorpat und war als Vikar an St. Johannis Łódź von 1891-1893 eingesetzt. Anschließend übernahm er das Pfarramt in Przedecz von 1893-1895 und in Lipno von 1895-1903. Im Jahre 1903 wurde er Deutschlehrer an der Warschauer Handelsschule. Er verstarb am 13. Januar 1918 in Odessa und war verheiratet mit einer Tochter des Pfarrers Rudolf Zirkwitz.
Adolf Heinrich Rondthaler, 1906-1913
In Lipno 1875 als Sohn des Pfarrers Adolf Rondthaler geboren. Er studierte zunächst 1893 an der mathematischen Abteilung der Warschauer Universität und wurde wegen Teilnahme an patriotischen studentischen Kundgebungen verhaftet sowie von der Universität entfernt. 1896 gestattete man ihm in Dorpat Theologie zu studieren. Nach Beendigung seines Studiums im Jahr 1902 wurde er noch im selben Jahr ordiniert. Anschließend wurde er Vikar in Warschau 1902—1906. Pfarrer Rondthaler war in Lipno 1906—1913 und anschließend in Ozorków 1913—1918 eingesetzt. Am Warschauer Rej-Gymnasiums 1918—1921 als Religionslehrer und Inspektor tätig, wurde er zuletzt dessen Direktor. Er war verheiratet.
Siegmund Michelis, 1914-1921
Geboren am 17. März 1890 als Sohn des Lehrers und Kantors Peter Michelis. Er studierte Theologie in Dorpat und wurde am 8. Dezember 1912 ordiniert. Anschließend war er als Vikar in Warschau 1912—1914 tätig. Das Amt des Pfarrers übernahm Siegmund Michelis in Lipno 1914—1921 und danach das Amt des 2. Pfarrers in Warschau 1921—1939. In der polnisch-evangelischen Gemeinde zu Warschau war er 2. Pfarrer 1939—1944 und 1. Pfarrer in den Jahren 1944—1962.
Erich Ludwig Gustav Buse, 1923-1945
In Konstantynów bei Łódź am 1. Oktober 1895 als Sohn des dortigen Pfarrers Johann Buse und der Sophie, geb. Manitius, geboren. Er studierte Theologie in Dorpat und Leipzig und wurde am 3. Juni 1921 ordiniert. Er war Vikar in Warschau und Pułtusk 1921/22 und anschließend Administrator in Pułtusk 1922/23. Das Pfarramt in Lipno übernahm er 1923—1945 und war zugleich Superintedent des Kirchenkreises Lipno 1940—1942. Pfarrer Buse diente bei der Wehrmacht 1942—1945 und verstarb in russischer Kriegsgefangenschaft in Tiflis am 7. November 1945. Er war verheiratet mit Natalie, geb. Hauk, 4 Kinder.
Eugen Hoffmann, Administrator 1942-1945
In Helenow, Krs. Rawa, als Sohn des Lehrers Rudolf Wilhelm Hoffmann und der Florentine, geb. Wegner, am 14. Oktober 1907 geboren. Er studierte Theologie in Warschau, Leipzig und Erlangen und wurde am 22. April 1934 ordiniert. Er war als Vikar in Ossówka 1934—1936 eingesetzt und darauf übernahm er die Pfarrstelle in Wolschebuden-Makowisko 1936—1945. Außerdem war er Administrator in Łąkie und Orłowo. Pfarrer Hoffmann verwaltete die Gemeinde Lipno 1942—1945. Nach 1945 amtierte er in Bardenfleth und Altenhuntorf 1945—1947. Er war verheiratet mit Erna, geb. Jabs, 2 Pflegekinder.
Emil Dawid, Administrator 1945-1946
In Utrata bei Łask als Sohn des Albert Dawid und der Anna, geb. Gwiazdowska, am 7. April 1907 geboren. Er studierte Theologie in Warschau und wurde am 17. November 1935 ordiniert. Er war Vikar in Częstochowa (Tschenstochau) von 1935 bis 1939 und wurde in den Kriegsjahren 1939-1945 als Arbeiter eingesetzt. Nach Kriegsende verwaltete er Włocławek, Lipno und Gostynin. In den Jahren 1946 bis 1951 bediente er von Giżycko aus 24 evangelische Restgemeinden in Masuren. Im Jahr 1951 kehrte er nach Włocławek zurück und verwaltete noch Kutno, zeitweilig auch Lipno, Płozk, Rypin und Gostynin. Im Jahre 1962 schwer erkrankt verstarb er am 6. September 1963. Er war verheiratet mit Klara, geb. Otto.
2. Die Vikare
Ernst Wilhelm Bursche, 1858
In Turek am 9. Mai 1831 geboren als Sohn des aus Opach in Sachsen gebürtigen Webers Johann Gotthelf Bursche und der Eleonore, geb. Schaefer. Er besuchte die Schule der Herrnhuter Brüdergemeinde in Niesky, das Gymnasium in Petrikau und die Dorpater Evang.-Theol. Fakultät 1854—1858. Am 15. August 1858 wurde er ordiniert und war acht Jahre Vikar: In Lipno 1858; in Kalisch 1858-1863; darauf an St. Trinitatis Łódź bis 1866. In Zgierz war er erst als Administrator und danach als gewählter Pfarrer 1866—1904 eingesetzt. Weiterhin war er Superintendent der Płozker Diözese 1897—1904. Pfarrer Bursche verstarb 1904 und war verheiratet in erster Ehe mit Mathilde, geb. Müller († 1875); in zweiter Ehe mit Mathilde, geb. Hannel. Aus beiden Ehen hatte er 8 Söhne und 3 Töchter, darunter: Bischof Dr. Juliusz Bursche, Prof. Dr. Edmund Bursche, Rechtsanwalt Alfred Bursche, Ing.-Chemiker Heinrich Bursche und Architekt Theodor Bursche.
Bruno Ochendrowicz, 1934-1937
In Petrikau geboren am 21. Juli 1907 als Sohn eines Pantoffelmachers. Er studierte Theologie in Warschau und wurde am 22. April 1934 ordinierte. Als Vikar in Lipno 1934-1937 und Administrator in Łąkie 1937-1939 eingesetzt. Als Pfarrer war er in Radomsko 1939-1940, in Kleszczów 1940-1943 und in Słupca 1944-1945 tätig. Später wanderte er nach Argentinien aus, wo er eine evangelische Gemeinde verwaltete. Er war verheiratet mit Irma, geb. Ruthke, 2 Kinder.
Quellen:
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971