Personen der evangelischen Kirchengemeinde Michałki

   

1. Die Pfarrer

Albert (Albrecht) Bocianowski, 1785-1792
Gebürtig unweit von Lötzen/Pr. Er studierte Theologie in Königsberg, wo er am 12. April 1769 immatrikuliert wurde. Pfarrer zu Michałki 1785-1792. Gestorben 1792 im Alter von 40 Jahren und beerdigt in Michałki.

 

Theophil Bernhard Powalski, 1794-1797
Geboren in Johannisburg, Pr. am 10. Oktober 1759, immatrikulierte er in Königsberg als "Theophil Powalcka" am 29. August 1777 und ordinierte zum Pfarrer 1789 in Michałki. Hier verblieb er bis 1797 und wurde anschließend Pfarrer in Strasburg, Westpr., wo er 1829 verstarb.

 

Theodor Nathanael Gut, 1797-1798
Geboren in Strasburg/Westpr. am 25. September 1775, studierte er Theologie in Königsberg, wo er am 21. Oktober 1791 immatrikuliert wurde. Pfarrer in Michałki 1797-1798. Pfarrer zu Rauden bei Mewe 1798, dann 1813 Pfarrer in Mewe.

 

Christian Mielke, 1798-1805
Pfarrer in Michałki 1798-1805 und in Wyszogród 1805-1829.

 

Gotthilf Bernhard Moeller, 1806-1812
Geboren in Strasburg, Westpr. am 6. August 1772, immatrikulierte er in Königsberg/Pr. am 11. September 1791 und ordinierte 1805. Pfarrer in Michałki 1806-1812. Seit 1812 Pfarrer in Groß Leistenau und 1823 in Löbau, Diözese Strasburg, Westpr. Er verstarb am 24. Febr. 1829. Pfarrer Möller war verheiratet mit Charlotte Henriette, geb. Weidemann.

 

Lorenz Goburek 1815-1816
Geboren in Kumilsko/Pr. als Sohn des dortigen 2. Pfarrers, studierte er Theologie in Königsberg und immatrikulierte am 8. Oktober 1770. Pfarrer in Michałki 1815-1816. Gestorben am 2. April 1816 im Alter von 64 Jahren und verheiratet gewesen mit Marianne Elisabeth, geb. Gregorovius.

 

Johann Ferdinand Biehahn, 1816-1821
Aus Friedrichshoff/Pr., immatrikulierte er in Königsberg am 1. Oktober 1805. Pfarrer in Michałki 1816—1821. Verheiratet gewesen mit Elisabeth, geb. Freitag.

 

Karl Friedrich Haberfeld, 1836-1838
In Warschau ordiniert, war er Pfarrer in Ozorków 1826-1836 und in Michałki 1836-1838. Er verstarb am 8. Mai 1838 im Alter von 44 Jahren. Verheiratet gewesen mit Dorothea Philippine, geb. von Brandt.

 

Dr. phil. Karl Friedrich August Schröder, 1838-1839
Pfarrer in Michałki 1838-1839, in Stawiszyn 1839-1841. Am 3. August 1841 wurde er wegen ungebührlichen, anstößigen Verhaltens vom Warschauer Generalkonsistorium abgesetzt. 1842 schloß er sich der römisch-katholischen Kirche an. Anlässlich seines übertritts in der Kalischer St. Joseph Kirche wurde die evangelische Kirche verunglimpft. Dagegen protestierte das Konsistorium bei der Regierungskommißion. 1844 wurde Schröder als Priester nach Turek versetzt, wo er für die dort ansässigen deutschen Katholiken Predigten in deutscher Sprache hielt, in denen er die Evangelischen zu seinen Gottesdiensten lockte und sie zum Katholizismus hinüberzuziehen suchte. Gestorben angeblich in Turek.

 

Ernst Wilhelm Kattein, 1839-86
Geboren am 5. September 1809 in Beuthen/Oberschlesien, studierte er Theologie in Breslau und wurde Administrator in Michałki 1839. Seit dem 25. Februar 1840 gew Ählter Pfarrer in Michałki und hier bis zum 13. Juli 1886. Auch ein guter Landwirt. So hatte er die schönsten Pferde, das beste Vieh, überdurchschnittliche Ernteerträge. In der Gemeinde selbst war er beliebt und geachtet. Kattein war mit Albertine, geb. Günther verheiratet. Pfarrer Kattein starb um 1890.

 

Władysław Wilhelm Wernitz, 1887-1890 & 1919-1920
In Władysławow am 3. Oktober 1860 als Sohn des Pfarrers Władysław Wernitz geboren, besuchte er das Gymnasium in Dorpat und studierte dort Theologie 1879-1883. Er ordinierte am 20. Mai 1883. Anschließend als Vikar in Warschau und an St Trinitatis Łódź 1883-1887 eingesetzt. Er übernahm das Amt des Pfarrers in Michałki-Rypin 1887-1890 und 1919-1920, in Kamieri-Cholm 1890-1913 und in Kielce 1913-1919. Wernitz verfaßte die Chronik der Gemeinde Cholm. Er verstarb in Michałki-Rypin am 6. Juni 1920. Pastor Wernitz war seit 1888 verheiratet mit Agnes Martha, geb. Saffran, aus Koniecbór bei Suwałki.

 

Ernst Julius Filtzer, 1891-1895
Geboren am 25. Oktober 1866 in Warschau, studierte er Theologie in Dorpat 1886-1890 und ordinierte am 30. November 1890. Pastor Filtzer war Vikar in Warschau und Pfarrer in Michałki 1891-1895, außerdem Administrator in Rawa 1895. Die Pfarrstelle in Włocławek und das Amt des Administrators von Nieszawa übernahm er 1896-1917. Nachdem er 1917 aus dem Warschauer Konsistorialbezirk ausgeschieden war, amtierte er in Brunndöbra/Vogtl. 1917-1918. Ab 1919 war er an der evang.-luth. Heiligen-Geist-Kirche in Danzig und in Neuendorf/Erzgeb. 1927-1931 eingesetzt. Er verstarb am 29. Dezember 1932.

 

Philipp Schmidt, 1895-1899
Im Dorfe Chlepow am 13. MÄrz 1868 geboren, studierte er Theologie in Dorpat 1889-1893 und ordinierte am 3. Dezember 1893. Anschließend war er als Vikar an St. Johannis Łódź 1893-1895 tätig. Das Pfarramt übernahm er in Michałki-Rypin 1895-1899 und in Gostynin 1899-1932. Weiterhin war er Superintendent der Diözese Płock 1921-1932. Er verstarb am 9. April 1932. Verheiratet gewesen, 4 Kinder.

 

Robert Gregor Grundlach, 1900-1916
In Łomża am 17. Oktober 1871 als Sohn des Lehrers und Kantors Ferdinand Gundlach geboren, studierte er Theologie in Dorpat. Er ordinierte am 5. Dezember 1897 und wurde danach bis 1898 in Warschau als Vikar eingesetzt. 1898-1900 Administrator von Przasnysz und des Filials Mława, Pfarrer in Rypin 1900-1916. Bereits am 14. Mai 1914 wurde er in Płock zum Pfarrer gew Ählt, doch infolge des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges konnte er hierher erst 1916 übersiedeln und bekleidete das Amt bis 1934. In Rypin war er Gründer des polnischen Gymnasiums, deßen Direktor und auch Lehrer, in Płock Gymnasiallehrer und Präsident des Kreisschulrates. Er war verheiratet mit Sophie, geb. Mikulska, Tochter des Łomżaer Pfarrers Kaspar Mikulski, 4 Kinder. Pfarrer Gundlach starb am 21. September 1934.

 

Dr. Lucjan Lewandowski, 1921-1925
Dr. Lucjan Lewandowski Geboren in Kalisch am 10. Februar 1869 als Sohn des römisch-katholischen Agronoms Vinzenz Lewandowski und Franziska geb. Deßauer. Priesterseminar in Płozk und Päpstliche Akademie in Rom. Studierte evangelische Theologie in Dorpat 1909-1912. Ordiniert am 2. Februar 1913. Darauf Vikar in Żyrardow, Admin. in Kamień/Cholm 1913-1914, Vikar in Lublin und an St. Trinitatis in Łódź. Anschließend Pfarrer in Przedecz 1918-1921, in Rypin 1921-1925 und in Ossówka 1925-1939. In den Kriegsjahren 1939-1945 außer Dienst. Nach 1945 amtierte er wieder in Ossówka. Er war verheiratet mit Rosalie Hedwig Riedel († 1964) und verlor im Ersten Weltkrieg eine Tochter, im Zweiten einen Sohn. Gestorben am 16. August 1965 in Węgrów.

 

 

 

Adolf Kratsch, 1926-1931
Geboren in Lódz am 14. Dezember 1886, studierte er Theologie in Dorpat und ordinierte am 18. Mai 1918. Vikar an St. Trinitatis Lódz 1918, Pfarrer in Nowosolna bis 1926 und in Rypin 1926-1931. Er verließ dann den Warschauer evang.-augsb. Konsistorialbezirk und war seit 1931 Pfarrer in Friedheim-Miasteczko in der Posener Evang.-Unierten Kirche. 1945 wurde er von der polnischen Miliz dreimal verhaftet und zuletzt am 4. März des Jahres von ihr als Deutscher erschossen. Verheiratet in erster Ehe mit Milda, geb. Albrecht (verst. am 30. November 1926 in Rypin), in zweiter Ehe mit Emma, geb. Krüger.

 

Ernst Wilhelm Krusche, 1931-1938
In Rypin am 11. September 1897 als Sohn des Lehrers und Kantors Reinhold Krusche (gest. am 6. Januar 1955) und Maria, geb. Weber (gest. am 1. Mai 1963) geboren, studierte er Theologie in Leipzig und Rostock 1917-1923 und wurde am 4. November 1923 ordiniert. Vikar in Warschau 1923-1924, Pfarrer in Tuczyn/Wolh. 1924-1931, wo er eine Kirche in Kostopol und sechs kleinere Gotteshäuser erbaute. Von 1931-1939 wirkte er in seiner Heimatgemeinde Rypin. Er war Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft deutscher Pastoren innerhalb der Evang.-Augsb. Kirche in Polen und Leiter deren theologischen Sektion sowie Herausgeber einer Schriftenreihe. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, am 1. September 1939, wurde er mit seinem damals 15jährigen Sohn und den beiden Kirchendienern aus Rypin in Richtung nach Lowicz-Bereza Kartuska verschleppt. Am 15. September 1939 wurde der Verschlepptenzug von den deutschen Truppen befreit. 1939-1942 wirkte er als 1. Pfarrer an der deutschen evangelischen Gemeinde in Warschau und als Superintendent der deutschen evangelischen Gemeinden im Generalgouvernement. Am 2. August 1942 ertrank er beim Baden in der Weichsel in Warschau und wurde auf dem evangelischen Friedhof zu Zgierz beigesetzt.

 

Eduard Otto Hübscher, Administrator ab 1938
Geboren am 4. Oktober 1904, studierte er Theologie in Warschau und ordinierte am 22. April 1934. Vikar in Michałki-Rypin und seit 1938 Adminsitrator Michałki. Gefallen im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront.

 

 

 

 

Quellen:
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971

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