1. Die Pfarrer
Johann Spaniel, um 1675
Johann Schupelius, um 1681
Samuel Springer, um 1686
Vertrieben, kehrte 1705 zurück
Georg Ausersbach, 1705-1713
Aus Oels, nachher Pfarrer in Medzibor. Kam nachts heimlich nach Kempen zum Gottesdienst.
Michael Winkler, 1780-1830
Aus Cauern bei Brieg gebürtig, studierte in Königsberg, wurde am 9. Sonntag nach Trinitatis 1780 durch den Senior Geißler aus Zduny in sein Amt eingeführt. Nachdem er 50 Jahre hindurch Seelsorger der Gemeinde gewesen, starb er am 14. Juli 1830. — Nach seinem Tode blieb die Pfarre fast drei Jahre hindurch unbesetzt, weil keine des Polnischen mächtige Kandidaten sich fanden, was der Gemeinde vielfache Nachteile brachte, selbst Übertritte zum Katholizismus veranlaßte.
Carl Ernst Sommer, 1832-1866
Vorher Diakonus in Kreuzburg in Oberschlesien, trat am 15. Dezember 1832 sein Amt an und starb am 14. September 1866 an der Cholera. Er veröffentlichte 1854 eine „Kurze Geschichte der evangelischen Parochie und Kirche in Kempen‟.
Carl Than, 1867-1907
Geboren am 15. Juli 1839 in Ostrowo, ordiniert 30. Dezember 1863. Vorher Diakonus in Kreuzberg in Oberschlesien, 1867 berufen, wurde 1885 zum Superintendenten ernannt. Er legte aus Gesundheitsrücksichten das Ephoralamt vom 1. April 1895 nieder. Bis 1907 Pastor in Kempen, verstorben in Landeck.
Joseph Rosenberg, 1908-1916
Vorher Pfarrer in Latowitz, nachher Pfarrer in Ostpreußen, verstorben 1922.
Ernst Klawitter, 1916-1930
Vorher Pfarrer in Haideberg, seit 1923 Superintendent. Gestorben am 23. September 1930 in Kempen.
Otto Reimann, 1931-1935
Superintendent; voher Pfarrer in Adelnau, nachher Superintendent in Ostrowo.
Horst Schulz, 1936-1937
Geboren am 4. Oktober 1907, ordiniert am 31. März 1935, vorher Hilfspfarrer. Nachher Pfarrer in Bordzichow/Westpr.
Lic. Woldemar Schilberg, 1938-1945
Vorher in Schlehen, nachher Missionsdirektor in Neuendettelsau, Pfarrer in Freising und Dekan in Aschaffenburg. 1965 Pfarrer in Oberstdorf/Bayern, Kirchenrat.
2. Die Hilfsprediger
Zur besseren kirchlichen Versorgung der sehr zerstreut wohnenden Parochianen wurden seit 1857 Hilfsprediger in Kempen eingesetzt. Seit 1895 umgewandelt in eine zweite Pfarrstelle.
August Hermann Schwarzer
Aus Kreuzburg, 1857 ordiniert, wurde 1870 Pastor in Königshütte in Schlesien.
Julius Hermann Emil Tilgner
Vorher Hilfsprediger in Adelnau, wurde 1871 Pastor in Reinersdorf bei Constadt in Oberschlesien, starb 1888. – Nach dem Abgang Tilgners blieb die Hilfspredigerstelle eine Reihe von Jahren unbesetzt.
Ottokar Klejzar
Berufen 1886, Er wurde 1888 zum Pfarrer von Pitschen, Diözese Kreuzburg, gewählt.
Paul Klause
1889 berufen, wurde bereits am 15. September desselben Jahres als Provinzialvikar nach Schildberg abberufen.
Franz Bernhard Reinhold Schneider
Am 8. Dezember 1889 in sein Amt eingeführt, 1890 abberufen und zum zweiten Pfarrer in Schlichtingsheim, Diözese Fraustadt, erwählt.
Hugo Ernst Reinhold Schmidt
1890 eingeführt, wurde 1894 als Diakonus nach Groß-Wartenberg (Schlesien) berufen.
Leo Teichert, bis 1896
Geboren 1868, ordiniert 1893. Vorher Hilfsprediger in Osielsk bei Bromberg, wurde am 29. Juli 1894 in sein Amt eingeführt. Zum 1. Oktober 1895 wurde die Hilfspredigersteile in eine zweite Pfarrstelle umgewandelt. Teichert wurde 1896 als zweiter Pfarrer nach Schlichtingsheim berufen.
Adolf Land, 1896-1921
Geboren am 3. Oktober 1866, ordiniert 26. Januar 1896, aus Kreuzburg in Schlesien. Nachher Pfarrer in Schildberg.
Quellen:
Golon, Arnold und Steffani, Johannes: Posener Evangelische Kirche. Ihre Gemeinden und Pfarrer von 1548 bis 1945, 1967
Käding, Otto: Heimatbuch für den Kreis Ostrowo, Provinz Posen, mit angrenzenden Kreisen Kalisch und Kempen. Hrsg.: Heimatkreisgemeinschaft Ostrowo in d. Landsmannschaft Weichsel-Warthe e.V., Zsgest. von Otto Käding und Arno Pommerenke, Kirchlengern 1983, (180 S.)
Rosenberg, Josef C.T.: Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Kempen; Festschrift zur Feier des 250jährigen Bestehens der Gemeinde, Kempen i.P. 1914.
Werner, Albert u. Steffani, Johannes: Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen, Posen 1898, Seite 138 ff.
Schilberg, Woldemar: Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Kempen in den Jahren 1914-1941, 1941; (Standort: Deutsches Historisches Institut, Warschau)
Sommer, C.E.: Kurze Geschichte der evangelischen Parochie und Kirche zu Kempen, im Schildberger Kreise, des Großherzogthums Posen. Aus dem im Kirchen-Archiv befindlichen schriftlichen Nachrichten zusammengestellt, Oels 1854.