Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Izbica Kujawska

In der Zeit der Reformation in Polen konstituierte sich in Izbica eine polnisch-reformierte Gemeinde. Ihr bedeutender Prediger war Daniel Mikolajewski (1615-1627). Nach 1627, vor allem bedingt durch den Übertritt der Adligen zum Katholizismus, ging die Gemeinde ein.

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundertsin siedelten wieder Menschen evangelischen Glaubens der Gegend von Izbica. Kanigowski, der Grundherr von Lowiczek, siedelte 1753 in Kamieniec im kujawischen Seegebiet „ehrbare und fleißige Holländer an‟. Es folgten 1760 Tymin Hauland (Timmingen) und 1770 Pasieka Hauland. Im Jahre 1799 schenkte Jan Skarbek, der Besitzer der Güter Izbica, den Evangelischen des gleichnamigen Städtchens ein Grundstück zum Friedhof. Die vom späteren Grundherrn errichtete Schule mit getrennten Klassen für römisch-katholische und evangelische Kinder brannte 1865 ab. Daher erwarb 1872 die evangelische Schulgemeinde ein Haus als Schule. Letztere war vordem in einem gemieteten Lokal untergebracht.

Von 1776-1796 bereisten die Prediger von Władysławów die Evangelischen in und um Izbica, darauf die von Babiak bis 1820. In der Zeit von 1820 bis 1837 waren Izbica, Pasieka und Sarnowo in die Parochie Chodecz eingepfarrt, dann wieder in die von Babiak. 1898 kaufte das Kantorat Izbica vom Filial Koło eine kleine Orgel. Im J. 1903 schenkte Andreas Hermann aus Augustynowo dem Kantorat eine Glocke; eine zweite erwarb es selbst im gleichen Jahr. Beide Glocken wurden aus Bochum bezogen. 1903 ernannte das Konsistorium Pastor Richard Paszke zum Administrator von Koło-Babiak mit dem Wohnsitz in Koło. Der forderte sogleich die Kantoratsmitglieder zum Bau einer Kirche auf und versprach, in Izbica einmal monatlich Gottesdienst zu halten.
Nach dreijähriger Bauzeit — Grundsteinlegung am 29. September 1906 — konnte die Kirche am 29. September 1909 durch eingeweiht werden. Neben Pastor Paszke, dem Initiator und Erbauer der Kirche, machte sich um Izbica der langjährige Lehrer und Kantor Gottfried Steinke (1885-1927) verdient. Am 1. Januar 1910 erhob das Konsistorium das Kantorat Izbica zum Filial. Im Jahr 1913 verkaufte es das alte Bethaus, dessen Erlös mit noch anderen Gaben für die Umzäunung des Friedhofes verwendet wurde.

Aus örtlichen und sonstigen Gründen widerstrebte das Kantorat Pasieka dem Kirchbau in Izbica und weigerte sich anfänglich, die Baubeiträge zu zahlen und baute eine eigene Kirche, deren Einweihung 1907 stattgefunden hat. Am 26. Mai 1932 beging Pasieka ein dreifaches Fest: das 150jährige Jubiläum der Einwanderung deutsch-evangelischer Kolonisten in die dortige Gegend, die 25jährige Kirchweihfeier und das 25jährige Jubiläum des Posaunenchors.

Am 1. Advent 1933 beschloß die Filialversammlung, mit dem 1. Januar 1934 Izbica zu verselbständigen und zu ihrem ersten Pastor den Sompolnoer Vikar Richard Kneifel zu berufen. Seine Installation, verbunden mit dem 25jährigen Kirchweihjubiläum, fand am 29. September 1934 statt.
Im Jahr 1935 wurde das zu Przedecz gehörende Dorf Szczkówek der Gemeinde Izbica zugewiesen. In Ermangelung eines Pfarrhauses wurde ein solches 1936/37 errichtet und am 3. Advent 1937 eingeweiht.

 

 

Quellen:
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971

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Evangelische Kirchengemeinde Izbica Kujawska

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