1. Die Pfarrer
Gottfried Leske, 1783-1796
Geboren am 14. November 1725 in Ratenburg/Preußen, stud. theol. in Königsberg. Dort immatrikuliert am 12. April 1741. 1750 Archidiakon in Muskau und 1776 amtsenthoben. Daraufhin Privatlehrer und Reiseprediger. Pfarrer in Nowy Dwór 1783-1796, wo im Jahr 1796 starb.
Johann Christophorus Friedrich Nathanael Bando, 1799-1813
Sohn von von Joseph Friedrich Bando, Pastor in Pritzerbe bei Brandenburg/Havel. Immatrikuliert in Halle/Saale am 4. Oktober 1780. Amtierte in Nowy Dwór von 1799-1813 und starb in Warschau.
Samuel Tock, 1818-1830
Geboren am 22. Oktober 1766 in Bartfel (Zips). Gymnasium in Leutschau, anschließend 1786 Lehrer in Eisdorf un von 1787-1804 in Georgenberg. Am 12. Februar 1808 examiniert und am 14. Februar 1808 ordiniert. Anschließend Diakon in Lemberg und Lehrer an der dortigen evangelischen Schule, wo er am 8. Mai 1818 kündigte. Dann Pfarrer in Nowy Dwór von 1818-1830.
Traugott Schulze (Schulz), 1830-1831
Pfarrer in Nowy Dwór von 1830-1831.
Peter Paul (Karl) Berkau, 1831-1832
Geboren in Thorn, stud. theol. in Berlin, ordiniert am 16. Dezember 1827 in Przedecz und dort Pfarrer von 1827-1830. Am 1. Februar 1830 vom Generalkonsitorium amtsenthoben, auch aus Wiskitki und Kleszczów ausgewiesen. Amtierte 1831 kurz in Brzeziny. Von 1831-1832 in Nowy Dwór bei Warschau. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
Wilhelm Helbing, 1832-1859
Pfarrer in Nowy Dwór von 1832-1859, Konsistorialrat, gestorben im Jahr 1859.
Ludwig Behrens, 1860-1896
Schwiegersohn von Wilhelm Helbing. Geboren am 14. März 1833 in Kutno, stud. theol. in Dorpat 1853-1857 und ordiniert am 15. November 1857. Vikar in Suwałki 1857-1858. Anschließend Pfarrer in Nowy Dwór 1859-1896 und Superintendent der Warschauer Diözese 1895-1896. Gestorben am 1. November 1896. Sein Sohn war Dr. Eduard Behrens, der spätere Mitarbeiter der Lodzer deutschen „Freien Presse‟.
Edmund Hermann Schultz, 1897-1903
Geboren in Chodecz am 16. November 1851 als Sohn des Friedrich Schultz und der Henriette, geb. Röhle. Studium der Theologie in Dorpat 1869-1874 und 1876-1877. Ordiniert am 3. Juni 1877, Militärkapellan und Diakonus in Warschau 1877-1879. Administrator in Prażuchy 1879-1884 und Pfarrer in Lublin 1884-1888. Auf Anordnung der russischen Behörden musste er Lublin verlassen. Darauf Pfarrer in Neudorf am Bug 1888-1897 und in Nowy Dwór 1897-1903. Superintendent der Warschauer Diözese 1902-1903. Er starb am 24. Juni 1903 im Badeort Iwonicz und wurde in Warschau beerdigt. Er war verheiratet und hatte mehrere Kinder. Pfarrer Schultz war Mitherausgeber des von Pastor Julius Bursche, Warschau, redigierten polnisch-evangelischen Monatsblattes „Zw. Ew.‟. Nach Pastor Dr. Leopold Ottos Tod im Jahr 1882 „führte er dessen Werk weiter“. Er veröffentlichte eine Übersetzung aus dem Deutschen ins Polnische der Biblischen Geschichte (Altes und Neues Testament). 1901 erschien seine Schrift (poln.) „Der Ruhm der evangelischen Kirche‟. Sie löste eine Kontroverse mit den Katholiken aus. 1897 publizierte bereits der römisch-katholische Geistliche Godlewski „Der gute Katholik unter den Protestanten“. Ferner verfasste Schultz „Reisen nach London und Amerika‟. Das Gesangbuch der polnischen Evangelisch-Augsburgischen Kirche aus dem Jahre 1956 enthält von ihm ein Sterbe- und Begräbnislied unter der Nr. 551.
Oskar Ernst, 1904-1922
Geboren am 29. Januar 1872 in Władysławow beendete er das Gymnasium in Warschaun und arbeitete drei Jahre als Telegraphist. Stud. theol. in Dorpat und ordiniert am 11. Dezember 1896. Vikar in Warschau 1898-1899 anschließend Pfarrer in Przasnysz 1900-1904. Von 1904-1922 Pfarrer in Nowy Dwór. Er starb unverheiratet am 30. Januar 1922.
Karl Wolfram, 1925-1928
Geboren am 5. November 1899. Stud. theol. in Warschau 1922-1926 und ordiniert am 11. Mai 1924. Vikar in Warschau 1924-1925, anschließend Pfarrer in Nowy Dwór 1926-1929. Dann weiteres Studium in Erlangen und Berlin, 1933 promoviert zum Dr. theol. Wurde Dozent und 1938 Professor der Theologie. Nach 1945 Lehrauftrag und 1952 Nachfolger von Prof. Süß an der Christlich-Theologischen Akademie in Chylice bei Warschau, wo er zunächst Prodekant, dann Dekan der Fakultät und schließlich 1959 Prorektor war. Gestorben am 21. September 1965. Er war verheiratet.
Robert Nitschmann, 1929-1939
Geboren am 26. Oktober 1896, ordiniert am 14. April 1918. Pfarrer in Pułtusk 1923-1929 und anschließend in Nowy Dwór 1929-1939. Am 15. November 1939 wurde er von der Gestapo verhaftet und starb im Konzentrationslager Oranienburg-Sachsenhausen am 23. Juli 1940. Verheiratet mit Nora, geb. Leye, 2 Töchter.
2. Die Vikare
B. Erdmann, 1897
D. Buse, 1908-1909
Quellen:
Kneifel, Eduard: Die Evangelisch-Augsburgischen Gemeinden der Kalischer Diözese, Plauen im Vogtland 1937
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971