In der Umgebung von Babiak entstanden 1760 Przystronie, 1770 Kölsch (Kiejsze Hauland), Lipia Góra, 1772 Józefowo, 1777 Lipiny, 1778 Kaczyniec Hauland und Siedlisko, 1780 Smolniki, 1787 Boreczna, 1791 Krähen-Hauland (Żórawieniec). Alle diese Kolonien gehörten zum Bereisungsbezirk der Pastoren des 1776 gebildeten Kirchspiels Władysławow. Erst nach zwei Jahrzehnten beschlossen sie die Gründung einer eigenen Gemeinde in Babiak, die Bonaventura von Raczyńiski, der Grundherr von Ozorzyn, tatkräftig unterstützte.
Am 23. November 1796 war die Parochie organisiert, eine kleine Holzkirche errichtet und ein Kirchenkollegium gewählt. Von Raczyńiski als Patron stattete die Gemeinde mit 8 Morgen Land für den jeweiligen Pastor und 1 Morgen für den Kantor und Küster aus. Außerdem bestimmte er noch für den Pfarrer ein jährliches Deputat, bestehend aus einem Quantum Roggen, 6 Tonnen Bier und 6 Klaftern Holz.
Im Jahr 1798 übernahm die Gemeinde Pastor Johann Gottlieb Maske aus Białowieżyn bei Lipno, in die damals 219 Familien eingepfarrt waren. Da Pastor Maske von 1798-1808 schwer erkrankte litt darunter das gemeindliche Leben, zumal er fast gar nicht arbeiten konnte. Wohl kam einmal im Monat vertretungsweise zu Gottesdiensten aus Kowal Pastor Praßhardt, was aber nur eine Notlösung. Nach dem Tode von Pastor Maskes Tod wurde die Pfarrstelle durch Pfarrer Johann Friedrich Lambeck besetzt, den das Bromberger Konsistorium, dem die Parochie unterstand, entsandte. Am 8. Oktober 1810 brannte die Kirche ab. Aus ihr konnte man noch einen schönen, schmiedeeisernen, aus dem Jahr 1799 stammenden Kronleuchter retten. Lambecks Nachfolger, Pastor Adam Friedrich Gieser, wirkte in Babiak ab 1812 über ein Jahrzehnt. Im Jahr 1816 erheilt Babiak Stadtrecht. An Stelle des Predigerhauses errichtete er im Jahr 1818 ein neues Pastorat, das auf dem Platze gegenüber der jetzigen römisch-katholischen Kirche lag. Der Bau der neuen Kirche, 50 Ellen lang und 27 Ellen breit, dauerte laut den Kirchenakten von 1813-1825.
Im Jahr 1837 gliederte man Izbica, Pasieka und Sarnowo wieder in die Babiaker Parochie ein, nachdem sie von 1820-1837 zur Gemeinde Chodecz gehört hatten.
Hatte in den ersten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts durch die Einwanderung von Tuchmachern, Leinewebern u. a. das Kirchspiel eine Aufwärtsentwicklung genommen zeichnete sich von 1820-1850 eine rückläufige Entwicklung ab.
In den Jahren 1870-1872 wanderten Gemeindeglieder nach dem Cholmer Lande und nach dem Kreis Garwolin aus. Im Jahr 1903 schloß das Konsistorium Babiak administrativ an Koło an und ernannte zum Verweser von Koło-Babiak Pfarrer Richard Paszke mit dem Wohnsitz in Koło. Das baufällige Pfarrhaus und das schadhafte Kantor- und Schulhaus wurden verkauft und man erbaute 1905 ein massives und geräumiges Gemeindehaus. 1904-1905 wurde in Boreczna auf kircheneigenem Boden ein Kantorhaus errichtet.
1910 trennte sich Izbica von Babiak und konstituierte sich zu einem Filial. Dadurch verminderte sich die Zahl der Gemeindemitglieder von Babiak von 2.500 im Jahr 1897 auf 1.600 im Jahr 1910. Der Administrator bereiste das Kirchspiel einmal monatlich und am 2. Feiertag an den Festtagen. 1937 erhielt es in Pastor Reinhold Dreger wieder einen ortsansässigen Seelsorger. 1938 wurde der Friedhof in Babiak mit einem massiven Zaun umgeben.
Quellen:
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971