Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Margonin

In der Stadt Margonin und in der Umgebung wohnten schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zahlreiche evangelische Deutsche. Als die Stadt zum Netzedistrikt geschlagen war, ordnete Friedrich II. Durch Kabinetsordre vom Oktober 1772 an, „daß man in dem neu gewonnenen Netzedistrikte vorläufig vier Scheunen zum Gottesdienste aptiere, auch vier Prediger und vier Schulmeister anstelle‟. Als Wohnsitze dieser vier lutherischen Pfarrer bestimmte er die Städte Bromberg, Vandsburg, Zempelburg und Margonin. Die dortige Gemeinde kaufte darauf eine Scheune, die zum einfachen Bethaus eingerichtet wurde, und berief im Jahr 1773 den schon betagten Pfarrer Thyme aus Jankendorf, der schon zuvor die Margoniner Evangelischen betreut hatte. Eine Kirche in Margonin wurde 1778 erbaut, die bis zum Jahr 1891 in Gebrauch war. Ein neue Kirche, zu deren Errichtung schon in den 1860er Jahren eine Kirchenkollekte bewilligt worden war und schließlich auch ein „Allerhöchstes Gnadengeschenk‟ von 27.500 Mark gewährt wurde, ist im Jahr 1891 vollendet und 18.12. des Jahres durch den Generalsuperintendenten Hesekiel geweiht worden.
Zwar verminderte sich, vornehmlich während der 1820er Jahre die Größe der Stadtgemeinde in Folge der russischen Grenzsperre durch die Auswanderung zahlreicher Tuchmacher nach Rußland, die Landgemeinde jedoch vermehrte sich besonders durch Ansiedler aus der Neumark so ansehnlich, dass im Jahr 1835 die Abtrennung des Kirchspiels Samotschin von Margonin notwendig wurde. Danach umfasste die Gemeinde die Stadtgemeinde Margonin, Margoninsdorf, Lipin, Lipinhauland, Josefowo, Eichenau mit Steinau, Ober-, Sage-, Neu-, Wesrednik-, Muchmühle, Arnoldsthal, Sypniewo, Klothildenhof, Bugaj, Wittkowitz, Oporzyn, Zon, Tereska, Prochnowo mit Ofelia, Kowalewo und Sulaszewo u.a.
Am 1.April 1894 wurden Radwonke und Alyrode von der Gemeinde in Kolmar abgezweigt und als selbständige Kirchengemeinde Radwonke mit Margonin verbunden.
Die Zahl der Gemeindeglieder betrug um 1889 1.642 und 1937 1.100 Personen.

Abschrift und Bearbeitung des Textes aus Werner/Steffani, Überarbeitung und Ergänzung: Jutta Grube im Februar 2019

 

Quellen:
Golon, Arnold und Steffani, Johannes: Posener Evangelische Kirche. Ihre Gemeinden und Pfarrer von 1548 bis 1945, 1967
Krüger, Paul (Hrsg.): Antlitz und Geschichte des Kreises Kolmar (Posen), Heimatkreisgemeinschaft Kolmar, Posen; Kiel 1970, S. 124.
Werner, Albert u. Steffani, Johannes: Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen, Posen 1898, Seite 209 ff.

Artikel in Wikipedia Unierte Evangelische Kirche in Polen (zuletzt besucht am 09.12.2020)

 
 

Evangelische Kirchengemeinde Margonin

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