Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Płock

Die Stadt Płock wies bereits 1237 eine zahlreiche deutsche Bevölkerung auf, die sich im Laufe der Zeit assimilierte. Zu einer neuen deutschen Besiedlung des Płocker Raumes kam es nach der im Jahr 1795 erfolgten 3. Teilung Polens. So war 1797 Schröttersdorf (Maszewo), 4 km von Płock entfernt, die erste preußische Koloniegründung mit 549 Familien. Schulen entstanden 1805 in Płock, in Maszewo 1825, in Powsino 1828, in Boryszewo 1834 (1837), in Białkowo 1837, in Karwosieki und Podolszczyce 1840, in Białobrzegi 1842, in Liszyno 1860, in Bronowo 1909 und in Bielino 1911.
Im Jahre 1804 stifteten die preußischen Behörden die Gemeinde Płock und vermachten ihr 54 polnische Morgen und 217 Ruten Land, das 7 km von der Stadt entfernt lag und verpachtet wurde. Auf Grund des Kaiserlichen Ukas wurde später das Land dem Ehepaar Johann und Katharina Keller übereignet. Am 9. Juni 1804 überließen die preußischen Behörden den Evangelischen die im 17. Jahrhundert erbaute ehemalige Dominikanerkirche mit einem Nebengebäude. Pastor Hinnig aus Thorn weihte sie am 30. September 1804 feierlich ein. Bei der Übergabe des Gotteshauses erhielt die Gemeinde auch drei Glocken. Von 1804 bis 1808 amtierte Johann Daniel Hellmann, Pastor, Sup. und Präsident des Płocker evangelischen Konsistoriums, dessen Nachfolger Johann Karl Hevelke aus Gumbinnen und Ignatius Karl Wilhelm Boerner waren. Da die polnische Revolutionsregierung 1831 die mittlere Glocke beschlagnahmte, schenkte 1849 die Familie Maltze, Płock, eine dritte Glocke, die sie von der Firma Petersilge, Warschau, bezog. Im Jahr 1854 wurde das Pfarrhaus erbaut.

Am 15., 16. und 17. Januar 1915 wurden 2.806 evangelische Deutsche aus dem Kirchspiel verbannt. Es kehrten 2.557 Personen aus der Verbannung zurück. Aus Boryszewo z. B. wurden im Ersten Weltkrieg fast alle Kantoratsmitglieder verbannt. Das Bethaus und viele Bauerngehöfte waren bei der Rückkehr von der Erdoberfläche verschwunden. Nach der Rückkehr erbauten 1918/19 die Evangelischen von Boryszewo eine geräumige Schule. An Stelle der 1918 requirierten drei Glocken bezog das Kirchenkollegium zwei neue Glocken von der Firma Karl Schwabe in Biała bei Bielitz, deren Einweihung am 29. September 1926 stattfand. Von 1916-1934 wirkte in Płock Pastor Robert Gregor Gundlach. Ihr 125jähriges Jubiläum beging die Gemeinde am 29. September 1929. Im Jahr 1938 errichtete die kleine Brüdergemeine Powsino einen Saalbau. In Karwosieki erbauten die Kolonisten eine Kapelle und besteuerten sich für diesen Zweck mit 82 Złoty vom Morgen. Sie wurde am 31. Oktober 1937 eingeweiht. Die Kantorpflichten erfüllte dort Otto Lange, der über die deutschen Siedlungen und Kantorate in der Weichselniederung veröffentlichte.

Im Jahr 1929 wurden 118 Taufen, 68 Konfirmationen und 41 Trauungen durchgeführt, es gab 76 Todesfälle und 1.156 Kommunikanten.

Im Jahr 1934 unterhielt die Gemeinde 1 Kirche, 1 Pfarrhaus sowie ein Haus für den Totengräber auf dem Friedhof, 2 Kapellen, 3 Betsäle sowie 12 Friedhöfe. Im Jahr 1939 gehörten ihr 3.500 Seelen an.

 

Quellen:
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971

nach oben

 

Evangelische Kirchengemeinde Płock

nav nav
nach oben
Die Inhalte der Website und das Menü sind so umfangreich, dass wir empfehlen, das Querformat zu benutzen.