Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Nowa Wieś

Die deutsch-evangelischen Kolonisten siedelten sich in der Parochie Nowa Wieś-Neudorf in 36 Dörfern an, von denen die wichtigsten Dąb Wielki (gegr. 1746), Duninów, Karolewo (gegr. 1805), Ładne und Wola Brwileńska waren.
Im Jahre 1810 wird der erste Lehrer in Dąb Wielki oder Niem. Hauland erwähnt. 1860 war hier Matthäus Abend Lehrer. Im Jahr 1870 erbauten die Kolonisten ein steinernes Schul- und Bethaus. 1917 besaßen sie in Groß Demby – wie es von ihnen genannt wurde – insgesamt 130 Hufen Land, meist schlechte Sandböden und auch Waldungen. Von 1911 an wirkte hier Lehrer Hassenrück. Die Zahl der Schulkinder betrug damals 80-90 und die der Konfirmanden 20-30. Das Kantorat Ładne umfaßte die Ortschaften Ładne, Mostki, Łączka, Wistki, Tylążno und Smólnik. Die evangelischen Siedlungen bereisten die Prediger von Płock, dann Gąbin und zuletzt Gostynin.
Im Jahre 1843 stiftete Baron Karl Wilhelm von Ike, Besitzer der von ihm 1829 erworbenen Güter Duninów, die Gemeinde Nowa Wieś, die aber weder Kirche noch Pfarrhaus hatte. Er schenkte ihr auch Land und verpflichtete sich, zum Unterhalt des Pastors eine jährliche Beihilfe von 850 Rubel zu zahlen sowie 5 Klaftern Holz zu geben. Diese Verpflichtung, mutmaßlich hypothekarisch nicht eingetragen, verlor bald ihren verbindlichen Charakter. Den Bau der Kirche, begonnen durch Baron von Ike im Jahre 1847, beendete erst nach dreißig Jahren dessen Sohn. Am 3. April 1877 wurde sie mit zwei Glocken ausgestattet eingeweiht. Die Kirche lag auf einem Waldhügel in der Nähe des linken Weichselufers unweit der Landstraße Płock-Radziwie-Włocławek und von Płock 18 km entfernt. Mit ihrer Frontseite zur Weichsel gerichtet, war sie von ihr nur etwa 200 Meter entfernt. Den ganzen Kirchplatz umgab dichter Nadelwald. Im Hintergrund sah man, soweit das Auge reichte, Hügel und Täler.

Am 12. Juni 1932 wählte die Kirchengemeinde Pastor Eduard Erich Kelm, den bisherigen Vikar in Gostynin, zum ersten ortsansässigen Pfarrer. Am 27. März 1938 führte Supintendent Wosch die Wahl des neuen Kirchenrats durch. Am 27. Juni 1938 sprach das Bezirksgericht in Włocławek im Prozeß des Kantorats Groß Demby gegen die politische Gemeinde Dobiegniewo das Kantoratseigentum den Evangelischen zu. Im Zweiten Weltkrieg fiel am 9. März 1943 Pastor Kelm als Soldat an der Ostfront. Nach 1945 wurde das evangelische Gotteshaus abgebrochen.

Der 1843 gegründete Gemeinde gehörten rund 2.500 Menschen an. Neben der Kirche und 2 Betsälen hatte sie 5 Friedhöfe, ein Pfarrhaus, ein Haus für die Bediensteten und Wirtschaftsgebäude. Im Jahr 1929 wurden 75 Taufen vollzogen, fanden 40 Konfirmationen und 19 Trauungen statt, sowie wurden 58 Beerdigungen durchgeführt. Sie verfügte über Schulen in Nowa Wieś, Dąb Wielki und Ładne mit polnischer Unterrichtssprache und drei evangelischen Lehrern.

 

 

Quellen:
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971

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Evangelische Kirchengemeinde Nowa Wieś

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