Im Jahr 1779 kauften deutsch-evangelische Kolonisten vom Gutsbesitzer Bogucki das Dorf Maślaki (Butterholland). Für die evangelische Schule wies er 15 Morgen Land an, die die Bauern unter sich verteilten, weil das Schulhaus von ihnen erst 1799 erbaut wurde. Der Friedhof war nur 49 Quadratruten groß. 1800 brannte das Bethaus ab, so daß im darauf folgenden Jahr die Siedler ein neues errichteten. Ferner wurden gegründet im Jahr 1777 Doły und 1780 Birkenholland (Brzozogaj). Seit 1838 bemühte man sich, das Städtchen Kleczew zum Filialort zu erheben. Der Besitzer von Ślesin, ein gewisser Walichnowski, wandte sich in einem Schreiben vom 27. Oktober 1840 an das Generalkonsistorium gegen die Stiftung einer Filialgemeinde in Kleczew und empfahl hierfür Ślesin. Am 16. Januar 1841 schrieb Supintendent von Modl dem Konsistorium, daß weder Kleczew noch Ślesin als Mittelpunkt eines zu organisierenden Filials in Frage komme, sondern vielmehr Maślaki, weil es im Zentrum der evangelischen Dörfer liege. Das Generalkonsisotrium schloß sich dieser Auffassung an. So wurde im Jahr 1842 das Filial Maślaki mit einer Seelenzahl von 1584 (305 Familien, davon 4 reformierten Bekenntnisses) ins Leben gerufen und der Verwaltung durch die Gemeinde Konin unterstellt. Das Standesamt war hier seit 1847.
Im Jahr 1851 wurde das Schulgebäude umgebaut und erweitert und 1850 wandelte man die Kantoratsschule in eine Elementarschule um;1868 wurde sie wieder Kantoratsschule. Im Jahr 1881 wurde eine neue Schule errichtet. Fast 50 Jahre plante man im Filial den Bau einer Kirche bis sich dann das Konsistorium endgültig für Maślaki entschied. Am 10. April 1913 genehmigte das russische Innenministerium den Kirchbau der durch den Ausbruch des I.Weltkrieges vereitelte wurde. Auch nach dem Kriege bemühte sich niemand um dessen Verwirklichung.
Im Jahr 1918 beriefen die polnischen Behörden den Bauern Emil Kaschube aus Neu-Kopydłowo als Vertreter der deutsch-evangelischen Landbevölkerung in den polnischen Staatsrat. 1921, z. Z. der Administration durch Pfarrer Löffler aus Konin erstand in Maślaki das Gemeindehaus. Im gleichen Jahr fiel das Bethaus in Birkenholland einer Brandstiftung zum Opfer. Erst 1926 konnte hier ein neues Bethaus (Betsaal, Schulzimmer und Kantorwohnung) gebaut und eingeweiht werden. Durch die Anstellung des Kantors Erwin Benoist nahm das religiös-kirchliche Leben in Birkenholland einen Aufschwung. 1934 gewann das Kantorat Genowefa den Prozeß gegen die Gemeinde Sławoszewek wegen des enteigneten Besitzes, ebenso 1937 das Kantorat Bolesławowo wegen des Schullandes. 1936 wurde Maślaki eine selbständige Gemeinde mit Pfarrer Roßnagel als Administrator ab Oktober 1938. Von April 1939 an war Pastor Badke aus Konin wieder Verweser der Pfarrstelle.
Quellen:
Kneifel, Eduard: Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht über Winsen an der Luhe 1962
Kneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970
Kneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971